Morar – Wahlheim

Morar - Wahlheim

Morar - WahlheimVor ziemlich genau zwei Jahren konnten mich MORAR mit ihrer EP „Chants Of Ossian“ überzeugen, gefiel mir doch die eigenständige Verbindung von Atmosphäre, Melodik und strikter Rohheit. Jetzt ist mit „Wahlheim“ das Debütalbum von MORAR erschienen, über die nach wie vor nichts bekannt ist. Man will die Musik für sich selbst sprechen lassen, da sei kein Platz für Individuen, was ich sehr begrüßenswert finde.

Auf „Wahlheim“ setzen MORAR ihren auf der EP begonnen Weg fort und verfeinerten hier und da ihren Stil. Nach wie vor spielt man vielseitigen Black Metal, der atmosphärische Elemente, offene Melodik und rigorose Härte und Rohheit miteinander in Einklang bringt. Im Vergleich zu „Chants Of Ossian“ ist nicht nur die Produktion verbessert worden, auch das Material an sich macht einen verbesserten und erweiterten Eindruck aber auch spielerisch klingen die neuen Lieder anspruchsvoller und verfeinerter, gerade am Schlagzeug sind einige hervorragende Einsätze zu verzeichnen. MORAR haben an vielen Punkten für Feinschliff gesorgt ohne jedoch etwas von ihrer Atmosphäre und Authentizität einzubüßen. Das Album macht gegenüber der EP einen reiferen und gewachsenen Eindruck, weshalb Freunde der EP absolut bedenkenlos zugreifen können.

Eine Stärke von MORAR ist es nach wie vor atmosphärische Arrangements, etwa eine offene Gitarrenmelodie, gefühlvolle Akustikgitarre oder dezente Keyboards mit forscher Rohheit und Härte zu verschmelzen. Immer wieder entsteht dabei eine unbeschreiblich gute Atmosphäre, die mich häufig an den skandinavischen Black Metal der mittleren 90iger erinnert. Das war schon auf der EP so und so ist es noch immer. In der Rezension zur EP zog ich BATHORY und MACABRE OMEN zum Vergleich heran, was ich an dieser Stelle nicht wiederholen möchte. Natürlich lassen sich Einflüsse verschiedener Bands wiederfinden, anders geht es gar nicht, doch empfinde ich „Wahlheim“ in seiner Gesamtheit als ein sehr eigenständiges Werk mit schöner Reminiszenz an den musikalischen Geist von einst.

Morar - Wahlheim (Tape)Bis auf ein paar melodische Kleinigkeiten ist „Wahlheim“ ein überaus gelungenes Debütalbum. Mir missfällt da zum Beispiel die offene und führende Gitarrenmelodie in „Embrace The Torrent“. Ich empfinde diese Melodie als eine Spur zu aufdringlich, wohingegen die weniger auffälligen Melodien sehr ergreifend sein können. Gerade wenn sich MORAR melodisch etwas zurücknehmen und sich subtile Arrangements an den Saiteninstrumenten herauskristallisieren, entwickeln die Hymnen streckenweise ein sehr fesselnden Sog.

MORAR verbinden auf „Wahlheim“ erneut eine großartig inszenierte sowie primitiv anmutende Härte mit atmosphärischen und melodischen Strukturen. Das alles wurde geschickt und detailreich komponiert und gut umgesetzt. Eigentlich kann einem da nur der persönliche Geschmack im Wege stehen.

Morar – Wahlheim
Kassette | Nebular Winter Productions
CD | Nebular Winter Productions / Apocalyptic Art
2016 | Black Metal

1. Embrace The Torrent
2. Torn By Thorns
3. Afflications
4. Lake Creek Valley
5. Thee To Scorn
6. ‘Tis Night
7. Lonely Mountains

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