Moloch / Begotten / Deviator – On The Stub Of Fate New Life Will Not Grow | 2009 | SFH Records | CD | Ambient / Black Metal

Auf dieser Split-Kassette treffen sich drei Gruppen aus der Ukraine und den Anfang macht Deviator mit dem Instrumentallied Mesmerized by blood. Es ist ein treibendes, kraftvolles Lied mit unterschiedlichen Tempi, melodischem Gitarrenspiel und stetem Wolfsgeheul. Eigentlich ist es nichts besonderes, aber mir gefällt Mesmerized by blood ziemlich gut, da es gleich von Beginn an eine gute Atmosphäre aufbaut. Zudem gefallen mir die verschiedenen Geschwindigkeiten, weshalb ich hierbei auch nicht von einem Einklang sprechen möchte, zumal es sich bei den folgenden Liedern Undying darkness und Grief of ancient gods gleichfalls um instrumentale Stücke handelt. Undying darkness ist auch sehr riffbetont und kommt druckvoll treibend daher. Obwohl es fünf Minuten lang ist und Deviator die Strukturen übersichtlich hält, wirkt das Lied zu keinem Zeitpunkt langweilig. Das abschließende Grief of ancient gods ist sogar über sechs Minuten lang und enthält neben melodischen Riffs und Tempowechseln auch sanfte, zeitweilige Keyboardbegleitung bereit.

Ich weiß nun nicht, ob Deviator immer komplett ohne Gesang spielt, da es schon eine Vielzahl an Veröffentlichungen gibt. Doch die drei hier enthaltenen Stücke können mich überzeugen. Sie sind atmosphärisch und melodisch, gleichzeitig aber auch treibend, kraftvoll und abwechslungsreich. Ob mir das alles auch noch so gut gefallen würde, wenn ein ganzes Album mit 50 Minuten Spielzeit so wäre, weiß ich nicht. Aber als Auftakt für diese ukrainische Split gefällt es mir sehr gut.

Für Begotten war diese Split die erste Veröffentlichung und schon gleich in den ersten Sekunden von Where the sun goes down ist Gesang zu hören. Dieser ist recht interessant, da er dunkel, erdig, heiser und gedrungen erklingt. Zudem wurde er ruhig und langsam vorgetragen, was ihn zusätzlich düster erscheinen lässt. Die musikalische Begleitung ist vom Rhythmus her mittelschnell treibend und atmosphärisch. Ein wenig fühle ich mich hier an die apokalyptischen, russischen Klangmeister von Nuclear Winter erinnert. Where the sun goes down ist zwar nur etwas wenig länger als drei Minuten, doch kreiert Begotten eine so eindringliche und vereinnahmende Atmosphäre epischen Ausmaßes, dass ich es bedauere, dass nach den wenigen Minuten schon alles vorbei sein soll. The native land ist härter, ruppiger und lauter. Und bei Under the moon’s shining handelt es sich dann leider nur um eine kurze Ausleitung.

Moloch ist ja nun wahrlich keine gänzlich unbekannte Gruppe mehr, obwohl ich mich, trotz der unüberschaubaren Zahl an Veröffentlichungen, noch nicht wirklich mit der Musik beschäftigt habe. Irgendwann habe ich irgendwo mal komische, elektronische Musik von Moloch gehört, und das war es dann für mich. Da Moloch aber wohl auch mal Black Metal spielt, war meine Hoffnung hierauf natürlich immens. Und ich wurde nicht enttäuscht. Zwar handelt es sich bei …why my soul in coldness? um ein ruhiges, langweiliges Ambientstück, doch folgt dann tatsächlich mit Dark side of human depression roher und grell klingender Black Metal. Allerdings ist es instrumental und besteht hauptsächlich aus dem grellen Gitarrenspiel. Als Einleitung ist es aber dennoch ganz nett, zumal dann My cold essence is slowly dying folgt, in dem gleich am Anfang ein stark verzerrtes Gekreische zu hören ist, wie man ihn im depressiven Black Metal öfters mal hört. Doch dieses leicht hysterisch anmutende Gekreische geht alsbald in eine klare, sprechende Stimme über, die von langsamen Gitarren begleitet wird. Vor allem die langsamen Gitarren gefallen mir gut, da sie ganz leicht etwas von Drone Doom haben. Das letzte Lied ist dann nochmal anders. Hier ist lediglich recht lautes sowie einfach gespieltes Keyboard und eine kreischende, krächzende Stimme sowie ein seicht und leise dahin dümpelndes Schlagzeug zu hören. Skurril und eigentümlich und minimal atmosphärisch für mich, was allerdings eher an den eingespielten Windgeräuschen liegt als am Keyboard. Moloch ist und bleibt für mich eine sonderbare Erscheinung, zu der ich keinen Zugang finde.

Insgesamt betrachtet ist diese Split-Kassette für mich ein Gewinn, denn Deviator und Begotten konnten mich überzeugen und ich werde schauen, ob ich von diesen beiden Gruppen in Zukunft noch andere Tonträger ergattern kann. Moloch allerdings, ist eine jener obskuren Gruppen, mit denen ich partout nichts anzufangen weiß. Die Mischung aus rohem Black Metal und ruhigen Ambientklängen finde ich einfach langweilig. Zudem macht es mich stutzig, wenn man pro Jahr fünf bis zehn Tonträger herausbringt.

Deviator 7/10
Begotten 8/10
Moloch 5/10

http://www.sfh-records.com/

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