Miseo – Lunatic Confessions | 2014 | Blacksmith Records | CD | Death Metal

Das deutsche Trio MISEO rekrutierte sich erst im vergangenen Jahr aus Bassist André, Schlagzeuger Timo (LAY DOWN ROTTEN) sowie Sänger und Gitarrist Ferli (MILKING THE GOAT MACHINE). Schleunigst wurde eine EP eingespielt und veröffentlicht und nun gibt es mit „Lunatic Confessions“ bereits das erste Album. MISEO spielen darauf vielschichtigen und energiegeladenen Death Metal der amerikanischen Schiene.

Mit „Trapped In Veil“ gibt es eine kurze Einleitung zu hören, ehe MISEO dann umgehend mit „Daddy’s Girl“ sofort in die Vollen gehen und rasant, treibend und schwungvoll los legen. Bereits hier verdeutlicht sich die Klasse und Vielfalt MISEOS. Obwohl das Lied nicht besonders lang ist, entpuppt es sich als ein sehr differenziertes Stück, welches brachiale und geradlinige Härte mit dunkelatmosphärischen und melodischen Elementen kombiniert. Dies gilt quasi stellvertretend für das gesamte Album, welches sehr beweglich und vielfältig ist. Trotz des reichhaltigen Gedecks ist es MISEO wunderbar gelungen, stets direkt und geradeaus zu wirken.

MISEO überzeugen sowohl mit ihrer ehrlichen und unmittelbaren Härte als auch mit den vielen dezenten melodischen Einsprengseln, die gute und feine Harmonien beherbergen. „Lunatic Confessions“ ist ein überaus druckvolles Werk, das sehr viel Schwung und Härte mitbringt. Hier passt einfach alles. Jedes Riff sitzt perfekt, jeder Wechsel kommt zur richtigen Zeit und auch die sehr dezenten Einflüsse des Crusts runden das Ganze wunderbar ab. Trotz der spielerischen Vielfalt, harmonisch als auch rhythmisch, ist es ein homogenes Album geworden, das runter geht wie Wasser. „Lunatic Confessions“ ist aber nicht nur atmosphärisch und spielerisch ein Glanzlicht, auch die Klangproduktion ist sehr gelungen. Der Klang ist sehr sauber und differenziert, dabei aber jedoch weder neutral oder steril. Gerade dies empfinde ich bei Death Metal Werken oft als Mangel, was aber hier zum Glück nicht zutreffend ist. Bei der ganzen Schwärmerei für „Lunatic Confessions“ hätte ich fast vergessen zu erwähnen, dass mir „No Guts, No Glory“ in der Version von MISEO besser gefällt als beim Original von BOLT THROWER. Na wenn das mal kein Empfehlungsschreiben ist…

„Lunatic Confessions“ ist für mich eine nahezu perfekte Death Metal Scheibe. MISEO scheinen einfach alles richtig gemacht zu haben. Das Album enthält alles, was guter Death Metal für mich braucht. Es gibt Geradlinigkeit und Härte, ebenso gibt es aber auch spielerische Raffinesse und Abwechslung sowie ein Gespür für gute, dunkle Melodien, dabei ist der großartige, leicht gutturale Gesang von Ferli natürlich nicht zu vergessen.

01. Trapped In Veil
02. Daddy’s Girl
03. Greek Kills
04. Lunatic Confessions
05. Skin Dress
06. Überzucht und Untergang
07. Harlots For God
08. Everybodys Victim
09. No Guts No Glory (Bolt Thrower Cover)
10. Five Star Doc
11. Ingrate Deadbeat

https://www.facebook.com/OfficialMiseo
https://www.facebook.com/BlacksmithRecords

Schreibe einen Kommentar