Mhorgl – Antinomian | 2011 | The Execution Kollective | CD | Black Metal

Mhorgls zweites Album Antinomian erschien bereits vor einem Jahr in Eigenregie und erfährt nun eine breit angelegte Wiederveröffentlichung. Hierzulande dürfte die australische Gruppe wohl noch recht unbekannt sein, was einerseits sicherlich der geographischen Entfernung, andererseits aber auch dem eigenwilligen Stil geschuldet ist. Melodisch und extrem ist das Album. Der Grundstil von Mhorgl ist sicherlich der Black Metal, auch wenn es zahlreiche Ausflüge in traditionelle Gefilde gibt, was sich an den unzähligen Riffs und Melodien ableiten lässt, die gern an betagte und große Bands der 80iger und 90iger erinnern. Demzufolge ist Antinomian ein vielfältiges Werk, auf dem Mhorgl ständig etwas in Bewegung hält. Eingängigkeit oder gar Stillstand scheint den vier Musikern ein Fremdwort zu sein.

Wo viele andere Gruppen seichte Klänge als Einleitung anbieten, gibt es bei Mhorgl exzessive Geschwindigkeit pur. Der Einsteiger Nocturnal Blasphemy ist ein überaus schnelles Stück mit giftigem Gesang, und ob aller Schnelligkeit sind jede Menge Riffs und sogar ein flottes, dem Grundtempo angepasstes Soli, zu hören. Beim ersten Hören mutet Nocturnal Blasphemy etwas seltsam an, da hier geradlinige Schnelligkeit mit technischen, komplexen Gitarrenläufen einher geht. Diese sind für Mhorgl aber federführend, denn es gibt in jedem Lied ausgefeilte, technische Riffs zu hören, die vereinzelt schon sehr abstrakt und ein wenig experimentell sind. So entstehen immer wieder Momente, in denen das sehr melodische (aber trotzdem enorm schnelle) Gitarrenspiel mit der harten und rasenden Rhythmik für komplexe Strukturen sorgt. Es ist permanent etwas in Bewegung, zu Hauf gibt es Breaks und Wechsel. Manchmal wirkt das alles ein wenig zu überladen und reichhaltig, doch dann kann man die spielerischen Fähigkeiten der Musiker bewundern. Denn das schnelle und komplexe Material in seiner flüssigen und lebhaften Vielfalt wird hier absolut fehlerfrei und perfekt umgesetzt. Mir ist es stellenweise aber dennoch zu viel, die Gitarrenspuren sind halt stellenweise enorm lebhaft, hektisch und chaotisch – aber in einem genau bedachten Rahmen.

Für Liebhaber des komplexen und technischen Extrem Metal ist Antinomian sicherlich eine Empfehlung, zumal das Album auch klanglich überzeugt. Differenziert und sauber, aber bei weitem nicht überproduziert. Wer gerne komplexen und riffbetonten Black Metal mag, darf hier zugreifen.

7/10
Aceust

http://www.mhorgl.com/

01. Nocturnal blasphemy
02. Kiss of midnight
03. Iron clad destruction
04. Essence of evil
05. Necrohatred (A tribute to Darkthrone)
06. Subterranean assault beast
07. The paean of Hangantyr
08. Mr. Crowley (Ozzy Osbourne Cover)

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