Mephorash: 1557 – Rites of Nullification

Mephorash - 1557 - Rites of Nullification

Mephorash - 1557 - Rites of NullificationDrei Jahre sind seit „Chalice Of Thagirion“ vergangen, zwischenzeitlich erschienen noch zwei EPs, davon eine Split-EP mit ASHENCULT. Die Schweden kehren nun mit ihrem dritten Album zurück und präsentieren sich in Teilen erneuert bzw. erweitert. MEPHORASH leisteten sich den Luxus für jedes Lied einen anderen Sänger angeheuert zu haben. Namentlich sind das: Nebiros von MALIGN und ex-OFERMORD, Omega A.D. von FIDES INVERSE, Archfiend DevilPig von EMBRACE OF THORNS und Kæffel von HETROERTZEN. Darüber hinaus haben MEPHORASH mit Mashkelah M’Ralaa natürlich noch ihren eigenen Stammsänger.

Es ist aber nicht nur die stimmliche Vielfalt mit denen MEPHORASH Entwicklung und Veränderung ausdrücken. In den zurückliegenden drei Jahren hat sich auch stilistisch einiges getan. MEPHORASH rückten vermehrt atmosphärische Elemente in den Fokus. Das sind harmonische und sphärische Arrangements die das Okkulte und Religiöse unterstreichen sollen. Überdies sind die Lieder wesentlich länger ausgefallen und es gibt insgesamt einfach wesentlich mehr Abwechslung.

Mit dem ersten Stück eröffnen MEPHORASH das Album betont düster und kraftvoll. Der Anfang ist schleppend und atmosphärisch, ein weiblicher Chor ist zu hören und das Schlagzeug donnert mächtig wie bei einem Militärmarsch. Bebende Riffs und der eindringliche Keifgesang von Nebiros komplettieren diesen dunklen Prolog. Das Ganze wirkt etwas bombastisch, zumal MEPHORASH immer wieder auf synthetische Keyboardklänge zurückgreifen.

„1557 – Rites of Nullification“ ist eine Vermischung kalten nordischen Black Metals mit dunkelatmosphärischen, okkulten und religiösen Anleihen. Der Anfang des zweiten Liedes „Phezur – Dissolving The Sea of Yetzirah“ könnte auch von ROTTING CHRIST stammen, die auf ähnliche Art und Weise atmosphärischen Bombast mit kraftvoller Härte verbinden. Auch wenn ich bisher viel von atmosphärischen Spielereien schrieb, ist „1557 – Rites of Nullification“ aber weitaus mehr. Es gibt natürlich auch immer wieder harte, schnelle, rigorose oder auch komplexe Parts. Allerdings behält das dunkelatmosphärische Moment stets die Oberhand. Klargesänge, Choräle und im Hintergrund wabernde Keyboards sorgen für eine dunkle Atmosphäre, die entsprechend der Thematik okkult aufgeladen sein soll.

Mich können MEPHORASH damit nur teilweise ansprechen, da ich doch bei den beiden Vorgängern das Direkte, Harte und Kompromisslose mochte. „1557 – Rites of Nullification“ ist zwar spielerisch, klanglich und strukturell zweifelsfrei das beste und anspruchsvollste Album, doch gefällt mir die Hinwendung zu langen dunkelatmosphärischen Liedern eben nur bedingt.

Es ist kein schlechtes Album, zumal es gut umgesetzt wurde. Aber man muss diesen Stil eben mögen. Mir ist das vermeintlich okkulte und esoterische Drumherum etwas zu viel und zu theatralisch.

Mephorash: 1557 – Rites of Nullification
2015 | Odium Records
Vinyl / CD | Black Metal

1. Riphyon- The Tree of Life Putrescent
2. Phezur – Dissolving The Sea of Yetzirah
3. Cheidolun – Destroying the Blade of Beriah
4. Berberioth – Vandalising the Throne of Atziluth

https://www.facebook.com/Chaliceofthagirion
http://www.mephorash.com/
http://www.odiumrex.com/
https://odiumrecords.bandcamp.com/

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