Membaris – Grenzgänger | 2010 | ARTicaz | CD | Black Metal

Mit Grenzgänger steht das dritte Album der hessischen Gruppe Membaris in den Regalen. Für mich ist es allerdings der erste Kontakt, was den Genuss dieser Scheibe jedoch nicht schmälert. Denn bereits mit dem langen Auftaktstück A Mind Full of Captured Stars kann sich Membaris mein Interesse und Wohlwollen auf Anhieb sichern. Das Lied erweist sich als vielschichtig, wobei am Anfang überaus schnelle Brutalität den Weg ebnet. Atmosphärisch gelagerte Passagen, die langsam sind und mit angenehmen melodischen Gitarren ausgekleidet wurden, komplettieren die Reichhaltigkeit. Enorme Geschwindigkeitsangriffe sind auf dem gesamten Album immer wieder zu hören. Ebenso der keifende Kreischgesang, der die bissige Atmosphäre der Raserei anreichert. Doch Grenzgänger ist weitaus mehr, als nur ein Album auf dem ordentlich Gas gegeben wird. Membaris streut ständig ruhigere Passagen ein, die stimmungsvoll und melodisch sind; und von denen gerne eine gewisse Melancholie ausgeht. Dabei kopiert man sich aber nicht selbst. Sowohl die rasenden Passagen, als auch die melodischen Einsprengsel, sind für sich selbst genommen abwechslungsreich und variabel gestaltet worden. Jedes Lied ist anders, auch wenn das Schema Geschwindigkeit mit melodischen Passagen abzuwechseln durchgängig Bestand hat. Neben dem hohen Einsatz am Schlagzeug zeichnet sich Membaris auch durch schnelles, technisches sowie markantes Riffing aus.

Der Name des Albums passt übrigens perfekt zum musikalischen Inhalt. Die Stimmungslage pendelt zwischen Aggressivität und Hass und Schwermut hin und her. Spielerisch und klanglich ist die Umsetzung auch absolut gelungen und überzeugend. Zudem kann auch der 16-seitige Einschieber zur Gänze überzeugen, da es neben den Liedtexten zu jedem Stück auch eine Zeichnung gibt. Mit Grenzgänger kann man also nichts verkehrt machen.

8,5/10
Aceust

01. A mind full of captured stars
02. Seelenmacht
03. Crossing the borderline of event horizon
04. Grenzgänger
05. Realisation of the demon
06. Einsamkeit
07. Remains of solitude
08. ∞

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