Marblebog – Csendhajnal | 2006 | Turanian Honour Productions | CD | Black Metal

Zwei Jahre nachdem Marblebogs erstes Album Csendhajnal auf Kassette erschien, gibt es das Album nun auch auf CD. Gegenüber der Kassettenversion enthält die CD sieben Lieder als Bonusmaterial. Aber nicht nur wegen der reichhaltigen Dreingabe lohnt es sich, Csendhajnal auf CD zu erwerben.

Mit The breath of emptiness beginnt Csendhajnal rau, eingängig und sehr schleppend. Diese raue Beschaffenheit des Klanges kommt vor allem von den grellen und etwas unsauber klingenden Gitarren, die das gesamte Album prägen. Diese beständige Langsamkeit mitsamt dem markerschütternden Kreischgesang, baut eine immense schwermütige Atmosphäre auf. Die simple und konstante Struktur des Liedes wird nur ein einziges Mal unterbrochen. In der Mitte des Liedes gibt es eine kurze ruhige und sehr klare Passage mit einer Akustikgitarrenmelodie. Nach diesem kurzen harmonischen Zwischenspiel setzen wieder die rauen und grellen Gitarren ein, die eine wunderschöne langsame u
nd traurige Melodie spielen, die das Lied langsam aber mit zunehmender Intensität ausklingen lässt.
A broken circle fängt mit ruhigen und schaurigschönen Ambientklängen an. Etwas später setzt dann die Gitarre mit einer langsamen, melancholischen Melodie ein, die sich allmählich steigert, eindringlicher und raumfüllender wird, was von dem sehr eindringlichen und innigen Kreischgesang unterstrichen wird. A broken circle bleibt so, wobei lediglich die intensiver werdenden Gitarren die Dramatik und Atmosphäre immer weiter steigern. Eternal silence within ist dann ein reines, zehnminütiges Ambientstück, das sehr einfach aber wirksam strukturiert ist.

Mit The dawn of annihilation folgt das beste Stück von Csendhajnal. Es beginnt sehr ruhig mit einer langsamen aber sehr rauen Gitarrenmelodie, die über zwei Minuten andauert und mir jedes Mal Gänsehaut macht. Erst nach dieser bedächtigen Einleitung setzt dann, mit einem langsamen und schleppenden Takt, das Schlagzeug ein und die Melodie geht über in eine dunkle, tiefe Abfolge von Riffs, welche die anfängliche Atmosphäre der rauen Melodie ebenfalls in sich trägt. Nach einigen Minuten dunkler Eingängigkeit verändert sich der Rhythmus, er wird ein wenig schneller und stampfend, die Riffs verändern sich und der Gesang schreit scheinbar voller Innbrunst all sein Leid hinaus. Hernach geht es wieder schleppend weiter, die Gänsehautmelodien vom Anfang kommen hinzu womit das Ende von The dawn of annihilation dann allmählich eingeleitet wird. Das folgende Lied Dissolution ist dann wieder ein reines Ambientstück und zugleich auch das letzte vom eigentlichen Album Csendhajnal.

Danach ist dann das Bonusmaterial zu hören, welches neu gemastert wurde und sich aus dem Demo Nostalgic moods in grimwoods, dem Promo Arhat sowie dem Rehearsalstück Hatefullmoon zusammensetzt.
Mit Fullmoon over the mountains of Bükk fängt Nostalgic moods in grimwoods an. Es überrascht mit einem kraftvollen Klang. Vor allem das Schlagzeug hat mächtig Druck. Es geht sehr schleppend und mit tiefgestimmten Gitarren voran. Der Gesang ist auf diesem Demo nicht ganz so heftig und mit dem kurzen Lied Possessed by me gibt es auch ein schnelles und hartes Lied. Wenn man zuvor Csendhajnal gehört hat, ist Nostalgic moods in grimwoods ein sehr interessantes Demo, da es seine abwechslungsreichere Rhythmik mit den bereits bekannten Riffs und Melodiebögen kombiniert.

Die beiden Lieder Iunhum und Grimlust for decay vom Arhat Promo sind dann wiederum rauer und greller, gehen mehr in Richtung Csendhajnal. Gerade das lange Iunhum ist durch seine Riffs und Melodien ähnlich eindringlich und melancholisch wie The dawn of annihilation. Grimlust for decay hingegen ist ein sehr dumpfes, dunkles und schleppendes Stück. Zum Abschluss dieser CD kommt dann das Rehearsalstück Hatefullmoon, welches allein schon durch seinen Klang als solches zu erkennen ist. Es ist sehr rau und grimmig, der heisere Gesang ein wenig zu leise, das polternde Schlagzeug ein wenig zu laut und die Gitarren sind sehr warm.

Die CD-Version von Csendhajnal ist in jeder Hinsicht ein lohnenswerter Tonträger, selbst wenn man das Album bereits auf Kassette besitzt. Zum einen schont man das Band und zum anderen ist das Bonusmaterial eine empfehlenswerte Sache, wenn man sich für die Musik von Marblebog interessiert. Die CD ist in einer Auflage von 555 Kopien erschienen und wird wohl nicht ewig erhältlich sein.

01. The breath of emptiness
02. A broken circle
03. Eternal silence within
04. The dawn of annihilation
05. Dissolution
06. Fullmoon over the mountains of Bükk
07. Posessed by me
08. Enéh’s descendants
09. Archaic woods
10. Iunhum
11. Grimlust for decay
12. Hatefullmoon

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