Lychgate – Lychgate | 2013 | Mordgrimm | CD | Black Metal

LYCHGATE ist ein neues Projekt, welches sich aus Greg Chandler (ESOTERIC), Aran (LUNAR AURORA) sowie Tom Vallely (OMEGA CENTAURI) zusammensetzt. So international die Aufstellung ist, so speziell ist auch das musikalische Ergebnis dieser Zusammenkunft. LYCHGATE spielen auf ihrem selbstbetitelten Debüt zwar Black Metal, allerdings auf eigenartige und experimentelle Art und Weise. Lychgate ist ein Album, auf dem es sehr viel unterschiedliches zu hören gibt.

Nach der Einleitung The Inception, die von Riffs und pompöser Orgel geprägt ist, legen LYCHGATE mit Resentment bizarr und obskur los. Resentment ist ein Stück, in dem das Trio Black Metal mit Doom und einer dezenten aber obskuren Prise Death Metal kombinieren. Rhythmisch als auch harmonisch ist das Stück schwer verdaulich und eigenwillig. Am Anfang ist ein gequältes Soli aufschreiend zu hören, im Mittelteil gibt es einen schleppenden und düsteren Part, der mich an das Album Todessehnsucht von ATROCITY erinnert, was am Zusammenspiel von schweren Riffs und Orgel liegt. Überhaupt tritt die Orgel immer wieder in Erscheinung, manchmal auch reichlich skurril, wo sie dann ein wenig an Jahrmarktsmusik erinnert, was gerade dann bizarr wird, wenn der Rest des Liedes eher in Richtung sphärischen Funeral Doom geht.

Die Lieder sind sehr komplex und vielschichtig strukturiert. Teilweise ist der Black Metal melodisch und gitarrenbetont, andernorts ergeht man sich in grotesken Orgelorgien und woanders zelebriert man dann eben finsteren Doom. Im Grunde ist auf Lychgate immer etwas los. Vereinzelt gibt es zwar kurze, geradlinige und direkte Parts, die sich dann aber schnell durch einen Break auflösen. Die Lieder sind sehr abwechslungsreich, nicht nur spielerisch sondern auch atmosphärisch und stimmungstechnisch. Innerhalb eines einzelnen Liedes können sich Licht und Schatten, Depression und Aggression, Hässlichkeit und Schönheit hintereinander abwechseln. Wenn es einen roten Faden gibt, dann ist es die obskure Verschachtelung diverser Stimmungen.

Lychgate kann sehr atmosphärisch und sphärisch sein, ebenso gibt es aber auch wahnsinnige Raserei oder malträtierende Soli, die den Saiten alles abverlangen. Und immer wieder, zwischendurch und hintendran die Orgel – welche mir manchmal stark auf die Nerven geht, da sie manchmal so unfassbar grotesk wirkt, so übertrieben und zugespitzt ist. Was LYCHGATE hier zusammengebraut haben ist alles andere als Schonkost. Das Album ist hochgradig experimentell und kombiniert auf sonderbare Weise progressive Modernität mit einigen traditionellen Elementen.

Auf mich wirkt die Musik sehr anstrengend und nervenaufreibend und sie klingt wie eine böse Mischung aus den neueren Sachen von ABIGOR, EMPEROR und Todessehnsucht von ATROCITY. Wer diese experimentelle und hochgradig abwechslungsreiche Düstermusik mag, kann LYCHGATE probieren. Alle anderen sollten LYCHGATE jedoch nur mit Vorsicht und in geringen Dosen probieren, ich habe jedenfalls eine Überdosis abbekommen und bin froh, LYCHGATE für immer absetzen zu können.

01. The inception
02. Resentment
03. Against the paradoxi
04. In self ruin
05. Sceptre to control
06. Intermezzo
07. Triumphalism
08. Dust of a gun barrel
09. When scorn can scour

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http://mordgrimm.bigcartel.com/

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