Lux Ferre – Atrae Materiae Monumentum | 2009 | Ketzer Records | CD | Black Metal

Es liegt gute fünf Jahre zurück, als im Dezember 2004 das Debütalbum Antichristian War Propaganda erschien. Mit einem neuen Gitarristen im Gepäck wurde nun der zweite Streich Atrae Materiae Monumentum aufgenommen und veröffentlicht.

Lux Ferre spielt nach wie vor temporeichen und riffbetonten Black Metal. Im direkten Vergleich zum Debütalbum ist das neue Atrae Materiae Monumentum aber weitaus weniger grell, roh und heftig. Zum Einen ist der Klang inzwischen kraftvoller, raumfüllender und es werden mehr die tiefen Töne betont. Aber auch der Kreischgesang wurde normalisiert, er ist nicht mehr ganz so heftig und laut. Dies alles hat zur Folge, dass Atrae Materiae Monumentum auf Anhieb nicht mehr so energisch und aggressiv wie einst Antichristian War Propaganda ist. Dazu passt auch der eher langsame Einstieg mit O Caminho. Bis auf einen Knüppelpart im Mittelteil wird in O Caminho langsam bis mittelschnell gespielt. Riffbetonte Gitarrenspuren und hie und da eine treibende Doublebass verleihen dem Ganzen aber dennoch einen zügigen sowie schwungvollen Anstrich. Richtig Fahrt wird dann mit dem folgenden The Bell of Fate aufgenommen, in dem über weite Strecken die Doublebass latent zu hören ist, aber auch brachiale Breaks und energische Mid-Tempo Parts, sowie der eine und andere Akt der Raserei tragen zum temporeichen Wirbel bei. Das Beste an The Bell of Fate sind allerdings die Gitarren, die in ständiger Bewegung sind und großartige Harmonien erzeugen. Trotz dieser lebendigen Spielweise und des hohen Tempos verkommen die Riffs und Melodiebögen aber nicht zur farbenfrohen Spielerei. Stattdessen sind es drückende sowie dunkle Harmonien, die gemeinsam mit der Geschwindigkeit für eine erstklassige Atmosphäre im Lied sorgen.

Dies gelingt Lux Ferre übrigens auf dem gesamten Album. Trotz der gitarren- und riffbetonten Strukturen, mit einem gewissen Hang zur Melodik, wirken die Lieder niemals zu melodisch oder gar verspielt. Das Verhältnis zwischen flotter Fingerakrobatik und den ruhigeren, eingängigen Melodiesträngen ist sehr ausgewogen und passt überdies auch hervorragend zu den unterschiedlichen Tempi. Denn obwohl die Vorgabe ganz klar schneller Black Metal ist, wird auf dem Album nicht blind und monoton drauf los geprügelt. Solche mörderischen Passagen sind zwar auch genug vorhanden, doch gibt es auch viele moderater gespielte Rhythmen.

Ich muss gestehen, ich bin von Atrae Materiae Monumentum letztlich positiv überrascht. Anfangs war ich etwas skeptisch, da mir der rohe und barbarische Anstrich vom Debüt fehlte. Doch mit jedem Durchlauf wird das neue Album besser. Die ausgefeilteren Strukturen sowie der bessere Klang machen sich am Ende bezahlt. Damit dürfte Lux Ferre wohl eine neue Hörerschaft ansprechen, zumal das Schlagwerkspiel gleichfalls verbessert worden ist. Somit ist es ein mehr als gelungenes Nachfolgewerk, obwohl mir das Debüt nach wie vor sehr gut gefällt. Es sind zwei unterschiedliche Werke, die beide ihre Vorzüge und Nachteile haben. Wer es schnell und riffbetont mag, sollte sich das aktuelle Album also kaufen!

8/10
Aceust

01. O caminho
02. The bell of fate
03. Atrae materiae monumentum
04. Correntes
05. Pira
06. Breu
07. Thirst for despair
08. Dormente

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