Lustre – Wonder | 2013 | Nordvis Produktion | CD | Ambient Black Metal

Mitte September wird ein neues Album vom schwedischen Projekt LUSTRE erscheinen. Es trägt den kurzen Namen Wonder und enthält vier, jeweils um die zehn Minuten lange Stücke der üblichen Machart. Wonder ist sehr atmosphärisch und dabei zugleich düster, oftmals auch hypnotisch und beschwörend.

Mit der Eröffnungstitel Moonlit Meadow beginnt das Album sehr eindringlich. Obwohl sich LUSTRE seinem Stil absolut treu geblieben ist, empfinde ich die Vermischung von atmosphärischem Ambient und düsterem Black Metal in dem Lied als sehr gelungen. Schuld daran trägt vor allem die überaus ruhig gespielte Klargitarre, die begleitend und hypnotisch zu hören ist und deren einfache Melodie überaus wirksam und hochgradig schwermütig ist. Die monotone Keyboarduntermalung tut ihr übriges um Moonlit Meadow zu einem schweren, düsteren Brocken zu machen.

Wonder ist ein ruhiges und eher unauffällig arrangiertes und umgesetztes Werk, welches auf dezent akzentuierte Harmonien und Stimmungen setzt. Auf früheren Werken fand ich das teilweise langweilig oder mir missfielen die Melodien, was diesmal anders ist. Die langen und langsamen Harmonien, phasenweise auf der Stelle tretend und monoton, wirken diesmal sehr bedächtig, grüblerisch und auf eine sehr subtile, tiefgreifende Art und Weise gefühlvoll, die alles andere als plakativ ist. Der Ambient ist auf Wonder eher sekundär und stellt lediglich ein atmosphärisches Element dar, weshalb man hier auch von atmosphärischem und düsterem Black Metal sprechen kann.

Für mich ist Wonder bisher die beste Veröffentlichung LUSTRES die ich zu Gehör bekommen habe. Wonder ist dezenter und ruhiger in seiner Melodieführung als etwa Of Strength And Solace, wo das Keyboard viel lauter, zentraler und aufdringlicher war. Wonder ist deshalb eher mit They Awoke The Scent Of Spring zu vergleichen, wobei ich Wonder in seiner Gesamtheit wesentlich stimmiger und ausgefeilter empfinde. Die Harmonien und Melodien von Wonder strotzen nur so vor Melancholie und innerer Einkehr. Die Musik ist traurig und schön zugleich.

01. Moonlit meadow
02. Green worlds
03. A summer night
04. Petrichor

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