Lotus Circle / Bosque – Split | 2009 | Dunkelheit Produktionen | CD | Black Metal / Funeral Doom

Zwei südeuropäische Gruppen geben sich auf dieser abgrundtief düsteren Split die Hand. Den Anfang macht Lotus Circle aus Griechenland, deren vier Lieder starker Beitrag für mich musikalisch nicht leicht einzuordnen ist. Es ist wohl eine bizarre und gestörte Mischung aus Drone, Funeral Doom und Black Metal. In den beiden ersten Stücken Enter und Underground kommen extrem langsame Klangpassagen zum Tragen, die düster und böse erscheinen und mich an Verderben und Verwesung denken lassen. Es sind atmosphärisch wahrgenommen zwei gute Stücke, in denen Lotus Circle die tiefe Bassgitarre schön langsam spielt und quält. Aber auch bizarre, elektronisch erzeugte Klänge und künstlich nachbearbeitete Schreie tragen angenehm zur morbiden Stimmung bei.

Mit dem dritten Lied In the hall of those forsaken verändert Lotus Circle den Stil. Neben Drone Bässen ist eine eingängig gespielte, hell gestimmte Gitarre zu hören und es gibt auch mehr „Gesang“, sofern man das bizarre Schreien und Röcheln so bezeichnen kann. Das Lied ist über weite Strecken extrem monoton, hat aber etwas, da es stark im Kontrast zu den beiden vorherigen Titeln steht. Mit dem letzten Lied gibt es eine weitere Veränderung, obgleich es ebenfalls monoton ist, doch atmosphärisch mehr in Richtung Funeral Doom geht.

Bosque, ein Einmannprojekt aus Portugal, ist mit nur einem Lied vertreten. Allerdings ist Veneration mit knapp 22 Minuten Spielzeit für Funeral Doom nicht zu lang. Es ist ein ruhiges und atmosphärisches Lied mit einigen Ambient-Einsprengseln, welches sich allmählich, im geordneten Verlauf, zu einer dichten, negativen und Licht verzehrenden Atmosphäre verdichtet. Bosque agiert durchweg absolut ruhig und unaufgeregt. Es wurde komplett auf irgendwelche Schockeffekte verzichtet, wie etwa unerwartet auftretendes Gekreische oder abrupte Wechsel oder Klänge. Bosque handhabt seine Musik gleichmütig, bedacht und ruhig. Es könnte sogar durchaus etwas rituelles haben, in seiner feierlichen, in sich ruhenden Andacht.

Diese Split haut mich zwar nicht um, doch ist das, was Lotus Circle und Bosque auf dieser Split bieten, gute, düstere und bizarre Kost, die mir gefällt. Wer also eine Neigung für langsame, dunkle Klanglandschaften hat, wird diese Veröffentlichung sicherlich zu schätzen wissen.

7/10

LOTUS CIRCLE
01. Enter
02. Underground
03. In the hall of those forsaken
04. Where the sky is imperceptible by the eye

BOSQUE
05. Veneration

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