Lost Inside – Mourning Wept Beside Me | 2011 | Dusktone | CD | Black Metal

Lost Inside aus Kalifornien wurde erst 2009 als Einmannprojekt gegründet, hat sich aber zwischenzeitlich zu einem Duo entwickelt und veröffentlichte jüngst mit Mourning Wept Beside Me bereits das dritte Album. Diese Fruchtbarkeit macht mich immer etwas stutzig, zumal der Stil auf diesem Album ganz klar langsamer und melancholischer Black Metal ist.

Obwohl es sich beim ersten Titel Bewildered nicht um eine klassische Einleitung handelt, unterscheidet sich das Stück von allen anderen. Bewildered ist eine ruhiges und atmosphärisches Lied mit sanfter Klargitarre, düsteren und sehr guten Keyboardklängen sowie eindringlichem Kreischgesang. Es ist ein guter Einstieg, der für diese Spielart des Black Metals mal etwas anderes ist und durch eine düstere, abgründige Atmosphäre besticht, die mich an frühe Sachen von Xasthur erinnert.

Die restlichen Lieder hingegen finden im klassischen DSBM-Stil statt. Stark sowie grell verzerrte Gitarren mit langen Melodiebögen wurden mit langsamer Rhythmik und Kreischgesang unterlegt. Obwohl die Lieder zwischen sieben und zehn Minuten lang sind, passiert recht wenig. Natürlich verändert sich die Melodie oder ein Riff durchaus, auch gibt es mal eine Tempovariation, aber im Gesamtbild spielt Lost Inside sehr unaufgeregt, mithin auch doomig auf. Das alles ist für sich genommen auch schön und gut. Die langen Melodieführungen wissen zu gefallen, da sie Atmosphäre erzeugen und stets auch Melancholie vermitteln. Nur fehlt dem Album auf die Dauer das gewisse Etwas, eine spezielle Dramatik. Etwas Schwung in die Angelegenheit kommt dann erst mit dem abschließenden Lied Feed On Tears. Dieses beginnt sehr ruhig, harmonisch und melodisch, steigert und intensiviert sich zunehmend, wird kraftvoll und nimmt etwas an Fahrt auf.

Für ein DSBM-Album ist Mourning Wept Beside Me wirklich nicht schlecht, zumal es Lost Inside nocht nicht lange gibt und man an Veröffentlichungen nicht geizt. Es ist ein atmosphärisch stimmiges Werk, welches mir gesanglich als auch melodisch zusagt – ich fühle mich immer wieder an die langsamen Parts von Irrwisch erinnert. Aber es zieht sich etwas, da es streckenweise zu ruhig und gemächlich ist. Potential ist vorhanden und für Freunde dieser Spielart durchaus zu empfehlen.

6/10
Aceust

01. Bewildered
02. A ghost among people
03. Four walls and a restless shadow
04. Like a wilted flower
05. Feed on tears

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