Leichenbrand – …und im Feuer lagen meine Träume | 2006 | Black Metal | CDR | Black Metal

Gute drei Jahre nach der ersten und unveröffentlichten Demoaufnahme Scheinwelt, folgten mit …und im Feuer lagen meine Träume sowie Durch die Dunkelheit, gleich zwei neue Tonträger innerhalb weniger Monate. Anfang 2007 folgte dann mit Ein Schneesturm kommt eine weitere Neuveröffentlichung. Aber der Reihe nach, an dieser Stelle geht es um …und im Feuer lagen meine Träume.

Bereits nach wenigen Sekunden wird mehr als deutlich, dass sich bei Leichenbrand etwas getan hat. Die Feuertaufe wirkt nicht nur geordneter, sondern auch verständlicher und eben auch professioneller. Es hat sich im Klang sehr viel getan, sodass der Beginn dieses Werkes alles andere als laut, heftig und verstörend ist, wie es bei Scheinwelt noch der Fall war. Die Feuertaufe entpuppt sich als ein mittelschnelles Lied, mit vielfältiger Melodieführung, die sich den rhythmischen Verschiebungen anpasst.

Flammentanz führt diese rhythmische Beschaffenheit zunächst weiter. Der Rhythmus ist zwar schleppend bis mittelschnell, doch durch das sehr abwechslungsreich gestaltete Schlagzeugspiel (verwirklicht durch einen Drumcomputer) ist es alles andere als eingängig. Dazu trägt auch das Gitarrenspiel bei, das zwischen sachten, leicht melancholischen Melodien, und hartem, kraftvollem Riffing hin und her schwankt. Im Endspurt wandelt sich Flammentanz, das Tempo wird angezogen, sodass das Lied eindringlich hämmernd ausklingt.

Durch eine etwas merkwürdig aber sehr interessant klingende Gitarrenmelodie wird Innerhalb des Feuerwalls eingeleitet. Auf diese Einleitung folgt ein Part, der hämmernd und sehr druckvoll ist und der rhythmisch durchaus etwas von einem Marsch hat. In dieser Phase wird der Gesang zuweilen sehr aggressiv. Doch anstatt die Brachialgewalt weiter zu verdichten, folgt nun eine Passage mit klaren, beinahe schon lieblichen Gitarrenmelodien, zu denen der verzerrte und harsche Gesang leise zu hören ist. Danach wird es zunehmend energischer, wobei der Rhythmus schleppend bleibt. Doch dezidiert hartes Riffing und aggressiver Gesang sorgen für eine heftige Atmosphäre.

Das zweite Kapitel beginnt mit dem Instrumental Willkommen in der Dunkelheit, welches zunächst leise, mit einer dunklen sowie klaren Melodie anfängt. Auch mit dem Einsetzen des künstlichen Schlagzeugs und der verzerrten Gitarren bleibt es ein ruhiges und melancholisches Lied, mit schleppendem aber abwechslungsreich geartetem Rhythmus. In Massenlos sind gleichfalls düstere Melodien im Hintergrund zu hören, doch durch das lautere und kraftvollere Riffing sowie dem stark verzerrten Gesang ist Massenlos alles andere als ruhig. Im Mittelteil gibt es dann auch einen kurzen heftigen Ausbruch, der sehr wütend und radikal wirkt.

Getrennt durch Welten ist ein durchgängig antreibendes Lied, das durch das vielfältige Gitarrenspiel und diversen Variationen am Schlagzeug auffällt. Ebenfalls antreibend strukturiert ist Das Reich des Scheins, doch gibt es hier auch ruhige Passagen mit dunklen Melodien oder klassischen Metal-Riffs, die immer wieder von sehr druckvollen Brachialparts abgelöst werden.
Obwohl die Gitarre zuweilen einen sehr kräftigen, präsenten und dadurch auch brachialen Klang hat, entpuppt sich Das Lied der Nachtigall beim genaueren Hinhören als ein eher schwermütiges denn aggressives Lied. Neben dem schrummigen Spiel sind immer wieder ruhige und melancholische Melodien zu hören, die mal auffälliger, mal subtiler platziert wurden. Ähnliches gilt auch für das folgende Auf dem Sterbebett, einem durch und durch melancholischen Titel, wobei die düsteren Harmonien diesmal durchgängig unauffälliger sind. Der laute und verzerrte Gesang, der phasenweise ziemlich energisch ist, verstärkt dieses Gefühl der Schwere und Trostlosigkeit noch zusätzlich.

Das letzte Lied Ein Mensch im Weltenmeer beginnt sehr ruhig mit akustischer Gitarre und klarem, sonoren Gesang. Im Mittelteil gibt es eine aggressive Passage, bevor das Lied dann genau so ruhig und klar ausklingt, wie es anfing.

Zwischen Scheinwelt und …im Feuer lagen meine Träume liegen ganz offensichtlich Welten. Leichenbrand ist musikalischer, harmonischer und melancholischer Geworden. In den einzelnen Liedern wurden viel mehr Melodien verpackt, die oft gemeinsam mit harten Riffs und dem extremen Gesang harmonieren, wodurch nicht immer eine eindeutig definierbare Atmosphäre entsteht, in der sowohl dunkle und ruhige, wie auch laute und aggressive Anteile ihren Ort haben.

Darüber hinaus kann sich auch der Drumcomputer hören lassen, der zwar als solcher zu erkennen ist und gerade in eingängigen bzw. heftigen Parts mit schnellen Wechseln, ein wenig holprig klingt. Doch dies ist eher selten und wird, wie mehrfach erwähnt, durch die facettenreiche Programmierung wett gemacht. So sind auch die schnellen Parts bzw. Lieder, wie Getrennt durch Welten, die Schwachstellen von Leichenbrand, da sie noch keinen rundum ausgereiften Eindruck machen.

KAPITEL 1 – DAS FEUER
01. Die Feuertaufe
02. Flammentanz

KAPITEL 2 – DIE DUNKELHEIT
03. Innerhalb des Feuerwalls
04. Willkommen in der Dunkelheit
05. Massenlos
06. Getrennt durch Welten

KAPITEL 3 – DER TOD
07. Das Reich des Scheins
08. Das Lied der Nachtigall
09. Auf dem Sterbebett

KAPITEL 4 – DIE ERINNERUNG
10. Ein Mensch im Weltenmeer

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