Lebensnacht / Agael – Apathologie | Veröffentlicht : 2012 | Plattenfirma: Naturmacht Productions

Apathologie ist die Split der Einmanngruppen LEBENSNACHT und AGAEL. Die beiden Gruppen unterscheiden sich sehr. Während LEBENSNACHT im klanglich rohen und atmosphärischen Black Metal mit Anleihen aus Ambient und DSBM verhaftet ist, geht AGAEL einen wesentlich melodischeren sowie experimentellen Weg.

LEBENSNACHT beginnt mit der Pianoeinleitung Geboren, die schön gespielt wurde und sehr schwermütig wirkt. Für eine Einleitung ist Geboren gut gelungen und leitet gekonnt über in das nachfolgende Im Käfig. Im Käfig ist ein langes und langsames Stück mit minimalistischer Ambientmelodik, die stark an BURZUMS Dunkelheit erinnert. Das scheppernde Schlagwerk stampft treibend und der krächzende Kreischgesang ertönt energisch und eindringlich zugleich. Im Käfig ist eine gelungene Mischung aus Ambient und DSBM, wobei LEBENSNACHT aber auch sehr eigene Akzente setzt. Gerade das eine und andere Riff ist sehr eigenwillig, aber auch Flüsterstimmen und Akustikgitarreneinsätze sorgen für eine eigenständige, stets dunkel schwelende Atmosphäre. In Lebensnacht geht es mit atmosphärischer und ruhiger Akustikgitarre angenehm weiter. Irgendwann kommt der Kreischgesang hinzu und verzerrte Gitarren ersetzten die Akustikgitarre. Die einzelnen Elemente sind recht einfach gestrickt aber dennoch äußert wirksam. Es gelingt LEBENSNACHT ausgesprochen gut, mit einfachen Mitteln atmosphärisch sehr dichten und schwermütigen sowie authentischen Black Metal zu machen. Schade ist da nur, dass das letzte Lied von LEBENSNACHT, Dem Ende nah, immerhin über acht Minuten lang, lediglich aus Vogelgezwitscher, anderen Naturklängen und Piano besteht. Das ist etwas viel und angesichts der beiden guten Black-Metal-Stücke gar nicht nötig.

AGAEL beginnt seinen Part mit der Einleitung Offenbarung, einem atmosphärischen Pianostück, auf welches Vom Nichtsein folgt. Von Anfang an sind melodische Gitarren im Mittelpunkt. Luftige Riffs und Melodien, die verträumt wirken und ganz klar in Richtung Post-Rock / Shoegaze gehen. Demzufolge bleibt Vom Nichtsein insgesamt eine ruhige, atmosphärische Nummer. In Remorphose steht das melodische Gitarrenspiel ebenfalls im Zentrum, obgleich es ein rein instrumentales Stück ist. Remorphose gefällt mir besser als Vom Nichtsein, da es einfach ein atmosphärisch wie melodisch schönes Stück ist, das sich nicht festlegt, ob es melancholisch oder einfach nur angenehm verträumt ist. Am Ende ist dann Die letzte Geburt zu hören, das sehr ruhig beginnt und sich dann zu einem melodischen Stück mit kehlig verzerrtem Gesang entwickelt. Die Riffs und die Rhythmik sind recht eigenwillig, fast schon holprig und phasenweise kommen auch sphärische Keyboardklänge dazu. Auf mich wirkt das Lied sonderbar und experimentell, auch hier weiß ich nicht so richtig, was AGAEL musikalisch genau ausdrücken will. AGAEL legt sich also nicht auf eine spezielle Stimmung fest, was den einen und anderen Hörer sicherlich entgegenkommt, da sich die Musik so zu verschiedensten „Anlässen“ eignet.

Apathologie ist eine Splitveröffentlichung die zwei sehr unterschiedliche Gruppen beherbergt. LEBENSNACHT hat mir mit seinem stets dunklen atmosphärischen Ambient Black Metal gut gefallen. AGAEL macht es mir nicht ganz so leicht, mir sagt die Mischung aus Post-Rock und melodischem Black Metal nicht ganz so zu, wobei AGAEL mit dem Instrumentalstück aber beweist, durchaus ein Gespür für gute Melodik zu haben.

LEBENSNACHT
01. Geboren
02. Im Käfig
03. Lebensnacht
04. Dem Ende nah

AGAEL
07. Offenbarung
08. Vom Nichtsein
09. Remorphose
10. Die letzte Geburt

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