Krv – Ponor | 2008 | Atrum Torinig | Vinyl | Black Metal

Ponor stellt das dritte Album von KRV, einer mir bisher völlig unbekannten Gruppe aus Sarajevo, dar. Erschienen ist Ponor als Gatefold-LP und in einem Lied fungiert Mannevond von Koldbrann als Gastsänger. Ponor ist also für all jene interessant, die traditionellen und rohen Black Metal sowie Vinyl mögen.

Nachdem das Intro ausgeklungen ist, beginnt das eigentliche Album mit Sumrak smrti tvoje rhythmisch sehr ruhig, da langsam und schleppend. Die Gitarren werden leicht melodisch und dabei aber recht eingängig gespielt und der Klang erweist sich als sehr ordentlich, da er trotz der Schroffheit differenziert ist. Die einzelnen Spuren sind schön deutlich voneinander getrennt zu hören, weshalb die einstweiligen leise und klar gespielten Gitarrenmelodien gut zur Geltung kommen.
Nach dem sehr ruhigen Auftakt geht es dann mit dem Titelstück Ponor weitaus abwechslungsreicher weiter, da sich langsame mit schnellen Parts abwechseln, die schön scheppern und poltern und zuweilen auch eine sehr antreibende Dynamik entwickeln. In den langsam vorgetragenen Passagen hingegen, sind es vor allem die Gitarren mit ihren Harmonien, die das Spiel bestimmen und für Atmosphäre sorgen.

Sehr roh, schnell und aggressiv ist das folgende Tamo gdje svjetlost mre, in dem KRV phasenweise hochgradig explosiv und wütend aufspielt. Geschwindigkeit, kehliger Kreischgesang und kraftvoll dunkles Riffing formieren sich hier zu hasserfülltem Black Metal. Was mich hierbei ein wenig stört, ist der Klang des Schlagzeugs, welcher in den schnellen und rasenden Parts manchmal zu sehr untergeht, da vor allem die Becken zu hören sind und man die Trommeln nur erahnen kann. Das Becken wird von KRV auf Ponor generell gern verwendet, was mir auch gut gefällt. Doch im Falle von Tamo gdje svjetlost mre würde die Atmosphäre noch energischer und extremer, wenn anstatt der Becken, die Trommeln mehr zur Geltung kommen würden, was in den langsameren Passagen (und auch einigen schnellen), der Fall ist.

Bundet til masten ist ein wunderbar mittelschnelles Lied, mit dunklem und eingängig gehaltenem Riffing, das in seiner Einfachheit überaus wirksam ist. Vermutlich ist Bundet til masten jenes Lied, in dem Gastsänger Mannevond zu hören ist. Mit Sicherheit kann ich dies nicht sagen, da ich keine Information hierzu habe. Bundet til masten ist aber in jedem Fall ein sehr gutes Stück, das schleppend und kraftvoll ist und mit einer sehr guten, dunklen Melodieführung aufwartet.

Abgesehen vom ruhigen Mittelteil, ist Za slavu slobode vor allem von krachender Schnelligkeit und Heftigkeit geprägt. Wechselhafter ist dann Krenimo u noc, in dem sich schnelle und melodiöse Parts abwechseln. Hier sind es die langsameren Parts, die bestechen, da das leicht melancholische Gitarrenspiel mit seinem festen und druckvollen Klang eine sehr herausragende Ausstrahlung hat. Das abschließende Pohod ist dann nahezu durchgängig von einer ruhigeren und schleppenden Spielart, in der vor allem der kehlige Gesang und dunkelharmonische Gitarren prägend sind.

Ponor ist ein sehr ordentliches Album, das auf mich darüber hinaus auch einen sehr eigenständigen Eindruck macht. Wer rohen Black Metal mag, der sowohl sehr schnell und aggressiv als auch schleppend und dann leicht dunkelharmonisch ist, dem ist Ponor in jedem Fall zu empfehlen.

01. Slava screbra (Intro)
02. Sumrak smrti tvoje
03. Ponor
04. Tamo gdje svjetlost mre
05. Bundet til masten
06. Za slavu slobode
07. Krenimo u noc
08. Pohod

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