Körgull The Exterminator / Morbid Yell – Split | 2008 | Thor’s Hammer Productions | CD | Black / Death / Thrash Metal

Diese Split-Veröffentlichung ist von Anfang bis Ende purer old school Black/Thrash Metal der besonders rohen und dreckigen Sorte. Für Körgull the Exterminator ist diese Split die erste Veröffentlichung überhaupt. Mit dabei sind Musiker von Akerbeltz und Beheaded Lamb, zwei spanische Gruppen, die gleichfalls nicht durch seichte Wohlklänge aufgefallen sind.

Mit Devoted to death geht es dann auch rumpelnd los, das Becken erklingt oft peitschend und der rau und heiser verzerrte Gesang von Sängerin Lilith Necrobitch tut sein übriges, um diese rohe old school Atmosphäre zu komplettieren. Entsprechend sind auch Melodieführung und Riffing ausgelegt: einfach, übersichtlich aber stets sehr wirksam und mit dunklem Anstrich versehen. Das eine und andere Soli ist gleichfalls zu hören und auch die Bassgitarre kommt oft angenehm zur Geltung. Körgull the Exterminator hört sich in seiner zum teil primitiv und barbarisch anmutenden Spielart ein wenig wie alte Bathory oder Sigh an.
Besonders herausragende Momente oder Facetten gibt es hierbei aber nicht. Die vier Stücke sind einfach durch und durch purer, dreckiger sowie lärmender Black/Thrash Metal wie man ihn in den frühen 80igern spielte und hörte. Und, ein wenig ist es schon bemerkenswert, dass dieser räudig fiese, aber charmant rohe Gesang, von einer Frau stammen soll. Alle Achtung!

Mit dem zweiten Teil der Split wird die Angelegenheit nicht melodischer oder lieblicher. Im Gegenteil. Morbid Yell konnte mir bereits im letzten Jahr auf der Split LP mit Akerbeltz, Avangh Dhür und Hellthrone imponieren. Die vier aktuellen Titel auf dieser Split CD hier sind aber noch besser, intensiver und verderbender. Gespielt wird gleichfalls ein fieses Gemisch aus Black/Thrash Metal der alten Schule. Morbid Yell agiert dabei aber viel schneller als Körgull the Exterminator. Der Rhythmus ist zumeist schnell, treibend und geradlinig bis stampfend. Und auch der oft extrem dunkel und kehlig tief verzerrte Gesang drückt mehr Radikalität aus. Ab und an erinnert mich das schnelle und wütende Spiel mit diesem dunklen Gesang an Blasphemy, was selbstredend nicht zu verachten ist.

Rumpelnd geht es aber auch bei Morbid Yell zu. Es sind zahlreiche Tempowechsel zu hören, das Gitarrenspiel ist dem angepasst sodass kurzweilig chaotisch anmutende Arrangements zu hören sind. Doch ganz so wirr wie zuletzt auf der Split LP geschieht dies nicht mehr. Morbid Yell hat etwas mehr Struktur ins Liedgut gebracht, was sich verdammt gut anhört. Es stimmt einfach alles. Trotz der rohen, schnellen und zum Teil tosenden Spielweise ist der Klang gut und warm. Das Schlagzeug hämmert druckvoll und der tiefkehlige Gesang hat einen raumfüllenden Charakter. Aber auch das harmonische Element an den Gitarren ist sehr hörenswert. Einfache aber wirksame Melodieführungen sind zu hören, mit teils dunklen und schwermütigen Anleihen. In Looked down into the mirror of darkness ist dann gar eine großartig gespielte, schleppende und dunkelatmosphärische Passage zu hören, in der unter anderem kurzweiliger klarer Chorgesang im Hintergrund zu hören ist.

Ich kann nur sagen, dass diese Split CD eine großartige Veröffentlichung ist, wenn man dreckigen und extremen Black/Thrash Metal der alten Schule mag. Hier bekommt man pure Bosheit vorgesetzt. Vor allem aber ist Morbid Yell ein echter Höhepunkt und Genuss. Von Morbid Yell will ich sehr bald ein komplettes Album hören!

8/10
Aceust

KÖRGULL THE EXTERMINATOR
01. Devoted to death
02. Delirium in red
03. The reign of Morrigan
04. The dark riders

MORBID YELL
05. Ritualistic self destruction
06. Summoning the fog of doom
07. Locked down into the mirror of darkness
08. Chainsaw death fuch / Unholy chant / The winter that never was

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