Karne – Faith In Flesh | 2014 | Quality Steel Records | CD / Vinyl | Black Metal

Für die französische Gruppe KARNE stellt das Debütalbum „Faith In Flesh“ nach einer Demo-CDR im Jahre 2012 die zweite Veröffentlichung dar. Obwohl es nichts Neues mehr ist, wenn eine Frau in einer Black Metal Gruppe singt, so kommt es dennoch nicht besonders oft vor. Gerade auch dann, wenn es sich um schnellen und teils aggressiven sowie giftigen Black Metal handelt. Man merkt es jedenfalls nicht unbedingt, dass hier eine Frau als Sängerin zu hören ist.

KARNE spielen schnellen Black Metal mit einer Vielzahl von melodischen Riffs. Das Tempo ist dabei oft kompromisslos schnell und rast einer Nähmaschine gleich nur so dahin. KARNE ballern zwar nicht unentwegt so dahin, doch das Tempo ist häufig überaus schnell. Sängerin Eingeweide fängt diese Geschwindigkeit mit ihrem kehlig-erdigem Gesang etwas ein und vermittelt eine verächtliche, hasserfüllte und aggressive Atmosphäre. Die Kombination aus schnellem Batteriefeuer und aggressivem Gesang passt gut. Jedoch habe ich mit der Gitarre stellenweise meine Schwierigkeiten. Mir gefallen nicht alle Melodien, gerade wenn es offen melodisch wird, nervt mich die Gitarre. Leider beginnt das Album mit dem Lied „Agony“ mit einer sehr melodischen Gitarrenlinie, was ich als etwas misslungen empfinde. Denn diese Melodie vermittelt einfach nichts Aggressives oder Düsteres und weicht den sonst treibenden Black Metal unnötig auf. Für meinen Geschmack könnte man das melodische Spiel an der Gitarre etwas dezenter gestalten, aber das ist natürlich immer auch Ansichtssache.

Abgesehen von dieser teils offen melodischen Gitarre hinterlassen KARNE aber einen guten und sehr soliden Eindruck. Für ein Debütalbum ist „Faith In Flesh“ überaus gelungen, gerade auch die spielerischen Fertigkeiten der Musiker können sich hören lassen. Trotz des hohen Tempos gibt es eine spielerische Vielfalt und einige knifflige Wechsel und Riffs. KARNE besitzen in jedem Fall Potenzial und ob man die teils betont melodische Gitarre mag, ist einfach Geschmackssache. Spielen können sie jedenfalls. Wer schnellen, teilweise regelrecht rasenden, aber auch melodischen Black Metal mag, sollte mal beide Ohren riskieren.

1. Agony
2. Darkest Fear
3. The Mass Grave
4. Karne
5. Kill Me Again
6. Carnage Path
7. C.R.U.D.
8. Gore Me
9. Day & Night (Agony Part II)

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