Kaiserreich – Ravencrowned | 2011 | De Tenebrarum Principio | CD | Black Metal

Vor rund vier Jahren erschien das Debütalbum KRRH, auf dem Kaiserreich traditionellen aber gewöhnlichen Black Metal spielte. An dieser Spielweise hat sich in den Jahren nichts verändert, wie der Nachfolger Ravencrowned zeigt. Das Tempo ist über weite Strecken hoch, der Gesang bissig und die leicht melodischen Gitarren begnügen sich zumeist mit einfachen, überschaubaren Riffs. Sehr solide, aber wie schon auf KRRH auch absolut nichts Besonderes. Die einzigen echten Veränderungen gegenüber dem Debüt finden sich in der Produktion, die kräftiger und differenzierter ausgefallen ist. Stilistisch bleibt bei Kaiserreich alles beim Alten. Auch wenn Ravencrowned nichts Besonderes bietet, so gibt es aber immer wieder Parts, die mir gut gefallen. Es sind die Parts, die eingängig ausgefallen sind und in denen es rifftechnisch wenig Veränderung gibt. Prägnant und präzise kann man dazu wohl sagen.

Das Problem mit solchen Veröffentlichungen heutzutage ist der fehlende Wiedererkennungswert. Obwohl die Lieder allesamt solide bis gut sind, bleibt am Ende nur wenig im Gedächtnis hängen. Das ist eigentlich schade, denn spielerisch als auch klanglich ist Ravencrowned gelungen. Auch die ruhigen Zwischenpassagen mit Klargitarre sind gut und überzeugen. Aber es fehlt das gewisse Etwas. Obwohl ich persönlich die eingängigen und eisigen Riffs in den eher monoton gehaltenen Passagen mag, kann man damit keinen Blumentopf mehr gewinnen. Ravencrowned ist subtil, bodenständig und traditionell, eigentlich ein Qualitätsmerkmal im heutigen Black Metal, wo es so viele experimentelle Gruppen gibt, die sich mit Post Rock oder anderen Modeerscheinungen probieren. Von solchen Mätzchen gibt es bei Kaserreich jedenfalls nichts. Hier gibt es Black Metal pur, dessen Stärken im Gitarrenspiel zu suchen sind.

7/10
Aceust

01. Hapax legomenon
02. Vae victis
03. Dreamfall (Pure, tortured heart)
04. Veleno
05. Lunes ov judgement
06. Cobra legion arose
07. A.B. 86
08. Coure nero
09. Den verkschythend
10. Tempest (Of the unweapt tears)

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