Jotunheim – Jotunheim | 2007 | Raging Bloodlust Records | Vinyl | Black Metal

Nach gut acht jähriger Funkstille, melden sich die zwei Schweden um Jotunheim mit dem gleichnamigen Debütalbum zurück, welches bereits 2004 aufgenommen wurde. In diesen acht Jahren waren die Beiden jedoch auch mit Wod aktiv.

Raging Bloodlust bewirbt das Album zielsicher mit „…40 minutes of chaos and destruction“. Dies wird nach dem knapp zwei Minuten andauerndem Intro auch recht schnell deutlich. Förintad beginnt augenblicklich sehr schnell, brutal und harsch. Nach einigen Momenten wird die Geschwindigkeit etwas gedrosselt und durch das schnelle sowie reichhaltige Riffing und der spielfreudigen Führungsgitarre, weicht die anfängliche Brachialgewalt einer Struktur, die man in gewisser Weise und wohlwollend durchaus als klangliches Chaos bezeichnen kann. Jotunheim agiert dabei sehr rau und eben auch kompromisslos.

Nachdem Förintad durch und durch eine geradlinige und antreibende Stoßrichtung hatte, erweist sich das folgende Allt levande dött abwechslungsreicher, da neben den heftigen schnellen Schüben auch schleppende Arrangements zu hören sind. Diese wirken jedoch recht bedrohlich, was gut zur chaotischen und destruktiven Spielweise passt.

Mit Hatstorm befindet sich ein Titel auf der Platte, der zwar gleichfalls schroff und schnell ist, aber phasenweise an die schwedischen Landsmänner von Nifelheim erinnert. Jotunheim streut in dem Stück einige Riffs und kurze Soli ein, die man eben auch von Nifelheim her kennt. Das gefällt, zumal Nifelheim ebenso wie Jotunheim extremen und vernichtenden Metal spielt.

Mörker (det I) ist das mit Abstand längste Stück der Platte und damit, erfahrungsgemäß, zugleich das abwechslungsreichste. Eingängig schnell gehaltene Passagen wechseln sich mit ruhigeren Abschnitten ab, doch anders als in den Liedern zuvor sind die Strukturen in Mörker klarer, weniger chaotisch. Dadurch kommen die melodischen Feinheiten der Gitarren besser zur Geltung, die zuweilen richtig gut sind. Ähnlich ist es mit Bergstagsnatt, einem Stück das dem 1998er Demo Aldagautr entnommen ist und für diese Platte neu eingespielt wurde. Bergstagsnatt enthält neben der brutalen Spielweise, über weite Strecken ebenfalls langsame und schleppende Arrangements, in denen sich die gute Gitarrenarbeit ebenfalls herauskristallisiert.

In den schnellen und chaotischen Liedern ist dieses profunde Gitarrenspiel zwar auch zu hören, doch wird es oftmals durch die harsche und laute Schnelligkeit übertönt. Dies fällt aber auch erst auf, nachdem man die ganze Platte gehört hat und durch die letzten Lieder für die Klasse am 6-Saiter sensibilisiert ist.

Dem ersten Augenschein nach, ist Jotunheim eine überaus fiese, laute und heftige Platte, nicht zuletzt auch dem Klang wegen, der etwas grell ist und die Rohheit betont. Doch mit jedem Durchgang wird die Platte besser und offenbart mehr von ihren Qualitäten. Wer auf gefühlvolle melodische Aspekte Wert legt, sollte aber dennoch die Finger hiervon lassen.

Ein genaues Veröffentlichungsdatum gibt es noch, aber die Platte sollte in absehbarer Zeit erscheinen.

01. Jotunheim (Intro)
02. Förintad
03. Allt levande dött
04. Det slatgiltiga
05. Hatstorm
06. Mörker (det I)
07. Bergstagsnatt

Schreibe einen Kommentar