Jäärportit / Umbra Nihil / Aarni / Caput LVlllm | 2010 | I, Voidhanger | CD | Experimental Funeral Doom

Anlässlich des 120. Geburtstags von Howard Phillips Lovecraft wurde diese Split CD aufgenommen und veröffentlicht. Der Schriftsteller hat unzählige Gruppen im Metal beeinflusst, doch auf dem ersten Teil der Yogsothery-Trilogie befinden sich vier düstere und experimentelle Gruppen, von denen eine Ambient und die anderen obskuren Doom spielen. Zudem kommen drei der vier Bands aus Finnland.

So auch Jääportit, die mit dem 25 Minuten langen Lied Kuihtuman Henkivi den Auftakt machen. Jääportit ist ein finnisches Duo welches 1997 als Soloprojekt gegründet wurde. Da ich nicht so sehr angetan bin von reinem Ambient, schon gar nicht, wenn ein einziges Lied knapp ein halbe Stunde lang ist, kann mich Jääportit auch nicht wirklich ansprechen. Allerdings enthält der Titel dennoch interessante Aspekte. Denn neben den klassischen Ambienstrukturen, die dunkel, ruhig und sphärisch sind, gibt es hier aber auch Electro Passagen zu hören. Mir gefallen diese Abschnitte gut, da sie das Lied angenehm auflockern. Für Ambientfreunde ist Kuihtuman Henkivi sicherlich zu empfehlen, für Außenstehende wie mich ist das Lied aber definitiv zu lang ob seiner rituellen Atmosphäre.

Mit Umbra Nihil geht es finnisch weiter. Suur-Nikkurin Virsi ist ein abwechslungsreiches Doom-Lied, in dem es eine Melange unterschiedlicher Elemente zu hören gibt. Man kann es experimentell oder progressiv nennen; wie dem auch sei, in jedem Fall spielt Umbra Nihil hier obskur auf – dem Thema angemessen. Über knapp elf Minuten Länge verteilt, verändert sich das Lied mehrmals. So sind schleppende Doom-Rhythmen ebenso zu hören wie psychedelische Passagen oder auch melodisch-verspielte Parts, die brachiale Riffs, Soli aber auch Akustikgitarre parat halten. Phasenweise wirkt Umbra Nihil ziemlich skurril, was sehr angenehm ist.

Aarni schließlich beendet die finnische Vorherrschaft und präsentiert sich dabei nicht weniger obskur und skurril als Umbra Nihil zuvor. Im Gegenteil, Aarni setzt dem sogar eins drauf. Ultraschwere, roh und rau klingende, alles zerdrückende Riffs sind zeitgleich mit schrägen Klängen und Geräuschen zu hören, die geisterhaft und fast schon hysterisch wirken. Hier und da gibt es dann auch extrem dunkle und düstere Stimmensamples zu hören, welche die bizarre und verstörende Atmosphäre wunderbar abrunden. Im letzten Drittel gibt es eine kraftvolle, treibende Death-Doom-Passage mit sonderbarem Keyboard.

Nach zwei experimentellen Doom-Stücken gibt es von Caput LVIIIm aus Italien, einen abschließenden 30-Minüter zu hören, für den sich die Band extra gründete und nach den Aufnahmen auch schon wieder auflöste. Resurgent Atavism ist eine absolut unheilvolle Mischung aus Funeral Doom, Drone und Ambient. Über weite Strecken ereignislos, düster und bleiern. Aber nicht nur die Instrumentalisierung ist düster, auch der verzerrte und harsche, aber dennoch ruhig intonierte Gesang, sorgt für eine Atmosphäre, die man nicht anders als Funeral Doom bezeichnen kann.

Yogsothery – Gate 1: Chaosmogonic Rituals of Fear ist musikalisch ein überaus düsteres und im Mittelteil auch bizarr-skurriles Werk, welches der geneigten Hörerschaft wärmstens zu empfehlen ist. Vor allem die eher experimentellen Aarni und Umbra Nihil konnten für mich glänzen, aber auch Jäärpotit und Caput LVIIIm sind für Genreverhältnisse überzeugend. Ich bin jedenfalls gespannt, wann der zweite Teil der Trilogie folgt und was dort für Bands vertreten sein werden. Informationen dazu gibt es derzeit leider noch keine.

01. Jääportit – Kuihtuman henkivi
02. Umbra Nihil – Suur-Nikkurin virsi
03. Aarni – Lovecraft knew
04. Caput LVlllm – Resurgent atavism

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