Istapp – Frostbiten

Istapp - Frostbiten

Istapp - FrostbitenDas schwedische Duo ISTAPP wird am 7. August mit „Frostbiten“ das zweite Album veröffentlichen. Bereits fünf Jahre liegt der Vorgänger „Blekinge“ zurück und in dieser Zeit tauschte Bandgründer und Multiinstrumentalist Fjalar den Sänger aus. Obwohl ISTAPP bereits seit zehn Jahren existieren und es neben zwei Alben auch noch drei Demos gibt, kam ich erst durch diese Bemusterung in Berührung mit den Schweden. Ich hatte also keine Ahnung von dem was mich erwartete. Und siehe da, „Frostbiten“ ist ganz sicher vieles, doch eines ist das Album definitiv: es ist zutiefst skandinavisch!

„Frostbiten“ ist ein abwechslungsreiches Allerlei melodischen und zugleich frostigen Black Metals. Unmittelbar mit dem Eröffnungsstück „Apep“ beginnen ISTAPP verheißungsvoll, da sich der Titel als rasante und grimmige Nummer entpuppt. Das Schlagwerk prescht erbarmungslos treibend voran, während an der Gitarre dezente melodische Riffs abgefeuert werden, die Melodik mit Kälte und Grimmigkeit kombinieren. Wenn ISTAPP, wie in „Apep“, Schnelligkeit und eine dezente, kalte Melodik vereinen, erreichen sie eine wunderbare skandinavische Atmosphäre, die mich unter anderem an Gruppen wie KAMPFAR oder auch TAAKE erinnert. Aber ihr könnt es euch denken, das Album bietet weitaus mehr als nur Stücke des Kalibers „Apep“.

Denn bereits im direkt nachfolgenden Titellied macht sich bei mir leichte Ernüchterung breit. Der Anfang weiß aufgrund seines hohen Tempos und der schlichten Melodik noch zu überzeugen, doch dann kommt mit dem Refrain erstmals Klargesang, der mich an unsägliche Viking-Hymnen erinnert. Dieser Klargesang ist im Titellied zwar nicht zum ersten und letzten Mal zu hören, allerdings übertreiben es ISTAPP mit diesem Stilmittel nicht und setzen die Klargesänge eher sporadisch und kurzweilig ein – fad sind sie trotzdem. Ich empfinde sie einfach als böswillig gesetzte Nadelstiche… schon passt das zum grimmigen Black Metal – ich mache MIR die Welt, wie sie MIR gefällt… Spaß beiseite! „Frostbiten“ ist einfach ein reinrassiges nordisches Album. Es gibt Stücke in denen ISTAPP wie grimmige Norweger klingen, woanders muss ich an die eine oder andere finnische Band denken und gelegentlich schimmert auch melodischer Death Metal skandinavischer Prägung durch.

„Frostbiten“ ist extrem vielseitig und lebendig und auch wenn dieser Facettenreichtum manchmal etwas zu viel des Guten ist, so muss man die spielerischen Qualitäten von Fjalar anerkennen. Am Schlagzeug macht er zwar auch eine gute Figur, doch gerade an der Gitarre läuft er zur Höchstform auf. „Frostbiten“ enthält viele tolle Melodien und das eine und andere nahezu geniale Riff. Stellenweise wird es mir etwas zu melodisch und bunt, doch ist die Zahl dieser Überschwänglichkeiten verhältnismäßig gering. Außerdem gibt es viele harte, geradlinige und brachiale Parts, die nicht nur ob der Rhythmik und Melodik Kälte und Groll versprühen, sondern auch durch den kehlig-verzerrten Gesang von Isar eine unerbittliche norwegische Kälte entfalten.

Letztlich ist „Frostbiten“ ein hervorragend arrangiertes Album mit vielen großen Momenten. Allerdings gibt es aufgrund des Klargesanges und der partiell übertriebenen Melodik leichte Abzüge in der B-Note. Wer es skandinavisch und melodisch mag, der wird an „Frostbiten“ so oder so nur schwer vorbeikommen.

Istapp – Frostbiten
2015 | Trollzorn Records
CD | Black Metal

1. Apep
2. Frostbiten
3. Kall(elsen)
4. Skoll
5. Primum Frigidum
6. Polcirkelens Herre
7. Fimbulvinter
8. Må Det Aldrig Töa
9. Vinterland
10. Vit Makt

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