Inthyflesh – The Flaming Death

InThyFlesh - The Flaming Death

InThyFlesh - The Flaming DeathMit „The Flaming Death“ veröffentlichen INTHYFLESH aus Portugal ein hochgradig intensives, eindringliches und forsches Album. Für die 2000 gegründete und auf EPs spezialisierte Band ist es das vierte Album. INTHYFLESH machen eigentlich nichts falsch, sie machen sogar fast all richtig und dennoch muss ich im Laufe der Rezension ein großes Aber nachschieben.

Doch der Reihe nach. „The Flaming Death“ hat wirklich alles was ein gutes Black-Metal-Album braucht. Es wird frostiger, grimmiger und harscher Black Metal dargeboten. INTHYFLESH verschmelzen Härte, Schnelligkeit und subtile, grellraue Melodien miteinander. Das fühlt sich verdammt hasserfüllt, misanthropisch und gelegentlich auch dezent melancholisch an.

Die Portugiesen wirken häufig kälter und grimmiger als die meisten skandinavischen Vertreter, woran der bitterböse keifende Sänger Sataere nicht ganz unschuldig ist, erinnert sein harsches Schreien doch immer wieder an die alten Sachen des Finnen Lauri Penttilä. Aber auch die Klangcharakteristik, namentlich der aufgeraute und grelle Klang, sowie das Gitarrenspiel weisen stark in Richtung Skandinavien. Wie gesagt, INTHYFLESH machen eigentlich alles richtig.

„The Flaming Death“ ist traditioneller Black Metal, harsch, böse und gemein. Die Portugiesen verzichten auf ein Intro und jedewede Form von Überleitungen. Es gibt kein Akustikgitarrengeklimper, kein gar nichts an melodischer oder harmonischer Weichspülung, hier gibt es nur Kälte und Hass. Das Problem liegt in der absoluten Überlänge des Doppelalbums. Verteilt auf zwei CDs und achtzehn Lieder, dauert „The Flaming Death“ beinahe sagenhafte zwei Stunden. Das ist viel zu lang, zumal die Lieder einander alle ähnlich klingen und es bis auf Nuancen nur wenig Abwechslung gibt. Normalerweise bin ich ein großer Freund des Wesentlichen, aber hier fehlen Kontraste und Spannungsbögen. Nach sechzig Minuten hört sich alles gleich an, obgleich die einzelnen Lieder, wie mehrfach geschrieben, wirklich, wirklich gut sind. Ich verliere einfach irgendwann Lust und Aufmerksamkeit. Hier mal eine dunkelatmosphärische Überleitung, da etwas Obskures und Schleppendes würden als Reibungspunkte die massive, zweistündige Gleichförmigkeit aufbrechen.

InFhyFlesh (Band)Im Kern ist „The Flaming Death“ ein absolut überzeugendes Black-Metal-Album, welches jedem Puristen gefallen sollte. Man muss sich aber vorab über die Länge und Gleichförmigkeit im Klaren sein. Ist diese Hürde genommen, kann sich „The Flaming Death“ zu einem wunderbaren, mit zahlreichen Details gespickten Album entwickeln.

Inthyflesh – The Flaming Death
2CD / Digital | Altare Productions / BlackSeed Productions
09.09.2016 | Black Metal

1. The Sinister Herald of Death
2. Blood Howling Eternity
3. Subterranean Harbinger
4. Oppressed Under Deceit
5. Through the Splendour of Night
6. Forever Insanity
7. May the Rotten Wisdom of the Dead Return
8. Sorrowful Moonlight Pt. I – The Fever of Blood
9. Breath of Darkness
10. The Brightness of Your Decay
11. Beyond What Eyes Can See
12. A Thousand Tongues Burning
13. A Grasp Between Hate and Madness
14. Velvet Burial Shroud
15. Rituals Inflicted upon Scars
16. Abysmal Silence
17. Dismal Awakening
18. Sorrowful Moonlight Pt. II – Catacombs of Inifinity

https://www.facebook.com/inthyflesh | https://inthyflesh.bandcamp.com/
http://www.altare.pt/
http://www.blackseedprod.com/ | https://blackseedprod.bandcamp.com/

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