Insane Vesper – Layil

Insane Vesper - Layil

Insane Vesper - LayilVor fünf Jahren konnten mich INSANE VESPER mit ihrem Debütalbum „Abomination Of Death“ regelrecht umhauen. Die bereits 2002 gegründete Band konnte mich gleich mehrfach überzeugen, weshalb ich vor fünf Jahren auch neun von zehn Punkten vergab, was während der kurzen Punkteperiode dieser Seiten absoluten Seltenheitswert hatte. Seit kurzem gibt es mit „Layil“ den Nachfolger und in den Jahren hat sich einiges getan. Unter anderem wurde die Hälfte der Musiker ausgewechselt. Der langjährige Sänger Asmodeus wurde durch den Unbekannten Vanitas ersetzt und A.L. trat das Erbe von Schlagzeuger Molok an.

INSANE VESPER spielen nach wie vor Black Metal, welchen man mit dem Adjektiv orthodox recht treffend umschreiben kann. Stilistisch hat sich im Großen und Ganzen nicht viel verändert. Nach wie vor setzt man auf ein Wechsel von langsamen und rasend schnellen Parts. Mehr oder wenige subtile Melodien besorgen das harmonische Moment. Es gibt sehr zurückhaltende Melodien, aber auch offene melodische Darbietungen die vor allem während der langsameren Passagen zum Tragen kommen. INSANE VESPER haben im Grunde nichts verkehrt gemacht und mit „Layil“ ein solides Werk abgeliefert.

Dennoch gelingt es ihnen nicht mich so umzuhauen und zu fesseln wie einst auf dem mächtigen Vorgänger. Die Gründe dafür sind vielfältig. Zunächst ist da der neue Sänger, dessen Gesang mir viel zu ausdrucksarm ist, es fehlen mit Biss und Garstigkeit in seiner Stimme. Vorgänger Asmodeus war nun auch kein emotionaler Barde, doch war seine Stimme rauer und grimmiger und dadurch war sie viel wirkungsmächtiger.

Es ist aber nicht nur der Gesang. Ich hadere auch sehr massiv mit dem Klang. All das was ich an „Abomination of Death“ schätze, fehlt auf „Layil“. Der Vorgänger war viel raubeiniger, kratzender, dreckiger, scheppernder sowie organischer und lebendiger im Klang. Es rumpelte mehr in Gebälk und die Spuren waren nicht ganz so klar und differenziert, wie jetzt auf „Layil“. „Layil“ hat weniger Ecken und Kanten, ist also glatter und steriler und dürfte mutmaßlich Leute ansprechen, die es mehr anspruchsvoller und höherwertiger mögen.

„Layil“ ist in der Tat komplexer und reichhaltiger ausgefallen, wozu der neue und professionellere Klang sehr gut passt. Mit solchen Entwicklungen hatte ich schon immer große Schwierigkeiten. Für mich darf der Black Metal sehr gerne primitiver und rauschender sein, was mich im Inneren meistens viel tiefer berührt.

Insane Vesper (Band)Ich möchte „Layil“ aber nicht schlecht machen. Es ist ein gut umgesetztes Album. Die rasenden Parts sind gnadenlos und die dann peitschenden Becken gleichen einem zischenden Dampfkessel, was ich sehr gut finde. Der neue Schlagzeuger versteht sein Handwerk. Die Gitarren gefallen mir während der schnellen Parts zwar nicht ganz so gut wie vor fünf Jahren, dafür punktet man bei den langsamen Abschnitten mit guten Riffs und Melodien.
Musikalisch gibt es eigentlich nichts zu bemängeln, wenn ich mal vom Gesang absehe, doch aufgrund der Produktion stürzt „Layil“ in meiner Gunst leider ab. Für mich ist der Klang eminent wichtig. Die Musik kann noch so gut sein, spricht mich der Klang aber nicht an, verliert die Musik jeglichen Glanz und Reiz. Gerade wenn es zu gut, zu sauber und zu klar wird ist es für mich sehr schwierig.

Insane Vesper – Layil
Vinyl / CD / Digital | Art Of Propaganda
2016 | Black Metal

1. Blood Of The Moon
2. Of Serpent’s Embrace
3. Seed Of Inanna
4. Scorned Ascension
5. Sink The Ark Of Knowledge
6. The Circle

https://www.facebook.com/insanevesper/ | https://insanevesper.bandcamp.com/
http://www.art-of-propaganda.de/ | https://artofpropaganda.bandcamp.com/ | https://www.facebook.com/Art-Of-Propaganda-334865459898333/

Schreibe einen Kommentar