Infestus – The Reflecting Void | 2014 | Debemur Morti | CD | Black Metal

Für gewöhnlich beginnt man als Einmanngruppe und entwickelt sich im Laufe der Zeit zu einem Trio oder Quartett. Im Falle von INFESTUS wurde diese Praxis umgekehrt. Man startete als Trio und es endete im Alleinsein. Seit dem 2011er Album  „E x | I s t“ ist INFESTUS zumindest bei den Aufnahmen im Studio ein Soloprojekt.„E x | I s t“ flog irgendwie unbeachtet an mir vorbei, doch das 2008er Album „Chroniken des Ablebens“ gefiel. Seither sind einige Jahre ins Land gegangen  und 66% der Besetzung sind vakant. Das neue Album „The Reflecting Void“ ist ein modernes und kraftvolles Album, welches einen klaren und professionellen Klang mit einer gewissen düsteren Ästhetik und Atmosphäre verbindet. „The Reflecting Void“ klingt für mich auch ziemlich ‚deutsch‘, da ich mich immer wieder an Gruppen wie GEÏST und SECRETS OF THE MOON erinnert fühle. Zwar nicht immer und unentwegt, doch so manche Arrangements gehen sehr wohl in die Richtung der genannten Bands. Dies ist auch gar nicht schlimm, zumal die Umsetzung extrem gelungen und überzeugend ist, doch offenbart es einen speziellen musikalischen Charakter. Die instrumentale Inszenierung ist hervorragend. Die Stücke sind dynamisch und kraftvoll, verbinden eine gewisse aber nicht zu betonte Härte mit etwas Tempo und viel düsterer Atmosphäre. Die Lieder sind abwechslungseich und gewiss auch stimmungsvoll. Vereinzelt schimmert gar Dark Metal durch und an einer Stelle erinnere ich mich dabei wahrhaftig an BETHLEHEM.

„The Reflecting Void“ ist ein Album welches sämtliche Zutaten besitzt um ein erfolgreiches und beliebtes Werk zu werden. Es ist ein sehr professionelles Album. Genau hierin liegt für mich persönlich dann auch irgendwie der Makel. Stellenweise wirkt das Album auf mich einfach zu professionell, zu perfekt und zu glatt. Dabei wissen einzelne Arrangements durchaus zu gefallen, gerade an der Gitarre gibt es verzaubernde Melodien und Riffs zu hören. Doch als Gesamtwerk ist mir „The Reflecting Void“ tatsächlich zu glatt und sauber. Das ist eigentlich schade, da es spielerisch ein wirklich absolut gelungenes Album ist und es tolle, düstere harmonische Momente gibt. Vielleicht sollte sich INFESTUS dann auch mehr auf Dark Metal und Doom Metal denn auf Black Metal konzentrieren. „Chroniken des Ablebens“ war vielleicht nicht so perfekt arrangiert und weniger ausgeklügelt doch mochte ich das Rohe und Derbe dort lieber als das Glatte und auf Hochglanz getrimmte von „The Reflecting Void“.

1. A Dying Dream
2. Spiegel der Seele
3. Constant Soul Corrosion
4. Cortical Spreading Darkness
5. Fractal Rise Of The Fall
6. Inner Reflexion
7. Devouring Darkness
8. Origin

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