Inferi – Shores Of Sorrow | 2006 | Northern Heritage | CD | Black Metal

Mit Shores of sorrow liegt nun das Debütalbum Inferis vor. Nach dem eher durchschnittlichen Demo Rise of deceased war ich gespannt, was mich nun erwarten würde.

Den Anfang mach To the once so sad world , einem überaus ruhigen und dabei hypnotisch eingängigen Stück. Das Lied besteht zunächst einmal nur aus einer steten Akustikgitarrenmelodie, einer ruhigen aber grell-rauen E-Gitarre, die zum Teil mit ultralangsamen Riffs daherkommt sowie dem verzerrten aber ruhigen Kreischgesang, der dem von Abyssic Hate auf Suicidal emotions nicht unähnlich ist. So geht es neun Minuten lang, bevor dann das erste Mal, mit einem überraschend warmen und kräftigen Klang, das Schlagzeug schleppend einsetzt, welches dann die letzten drei Minuten bei konstant bleibender Melodieführung begleitend zu hören ist. Dance of the shadows beginnt schleppend, ein wenig dumpf und mit eingängigen Riffs. Die ruhige Klarheit vom ersten Stück ist einer bedrückenden Stimmung gewichen die jedoch nach einigen Minuten von einem klaren, einige Minuten langen Abschnitt abgelöst wird, in dem wieder eine ruhige Akustikgitarre zu hören ist. Zuweilen kommt hier eine dunkle und kräftige Basslinie deutlich zum Vorschein. Hernach folgt dann wieder der bedrückend schleppende Part vom Anfang. Doch diesmal mündet er kraftvoll in einer rauen, lauten und härter werdenden Passage.

Zügiger, dabei jedoch schleppend beginnt Burned . Die Rhythmik und die Riffs bleiben sehr konstant, nach wenigen Sekunden kommt eine helle aber ruhige Gitarrenmelodie hinzu. Als dann der Gesang einsetzt, der hier eindringlicher und stärker geschrieen wird, hört sich das Ganze stark nach Burzum an. Das letzte Stück What once shined ist das längste und zugleich abwechslungsreichste Stück des Albums. Die ersten Minuten sind langsam und ruhig beschaffen, es sind nur einzelne Akkorde zu hören, die ausklingen bevor nach knapp zweieinhalb Minuten das Schlagzeug hinzukommt. Es dauert dann noch mal etwa anderthalb Minuten, bis es zu weiteren Variationen in der Musik kommt. Plötzlich wird aus den einzelnen Akkorden ein eingängiges grell gefärbtes Riffing, das jedoch noch ruhig bleibt. Das Becken zeigt an, dass der Rhythmus schneller geworden ist. Inferi hat diesen Übergang überaus raffiniert strukturiert und umgesetzt. Beim Hören spürt man förmlich, wie sich in der Musik allmählich etwas Gewaltiges zusammenbraut, dabei wird dies jedoch nur durch die Instrumente angedeutet. Und so ist es dann auch: mit einem schnellen hämmernden Takt bricht es dezidiert eingängig los. Dieses stampfende Getöse wird dann auch bis zum Ende fortgeführt, wobei es zwischendurch eine leichte rhythmische Veränderung gibt.

Shores of sorrow ist ein extrem minimalistisches Werk. Gerade diese strikte minimalistische Auslegung gefällt mir und lässt mich darüber hinwegsehen, dass Inferi in den beiden letzten Stücken zum Teil stark nach Burzum klingt. Shores of sorrow ist kein überragendes Album, doch besteht es aus vier Liedern, die eine trostlose Stimmung und ehrliche, weil einfache Atmosphäre haben. Inferi versucht erst gar nicht, künstlich irgendwelche melancholische Aspekte zu kreieren, die Verzweiflung oder Schmerz ausdrücken sollen. Inferis Form des Black Metals ist unspektakulär, eingängig und auf elementares beschränkt, so wie es das Leben meistens auch ist.

01. To the once so sad world
02. Dance of shadows
03. Burned
04. What once shined

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