I Klatus – Kether | 2012/2013 | Eigenproduktion | Vinyl / Download | Psychedelic Sludge/Doom

I KLATUS sind ein Trio aus Chicago und sie lassen sich Zeit wenn es um die Veröffentlichung von Alben geht. Gegründet wurde die Band 2001, das Debüt erschien allerdings erst 2005, der Nachfolger kam 2008 und dann arbeitete man fünf Jahre lang, ehe im Dezember mit Kether das dritte Album folgte. I KLATUS haben Kether zunächst in Eigenregie auf Doppel-Vinyl veröffentlicht, welches auf 100 Stück limitiert ist (noch erhältlich) und nun kann man das Album auch als Download bekommen.

Kether ist ein wahrhaftiger Brocken, der nicht leicht zu verdauen sein dürfte. I KLATUS selbst beschreiben ihren Stil etwas kryptisch als „beyondcore, sludge, and shamanistic method doom“. Tatsächlich ist Kether ein stilübergreifendes und Grenzen verwischendes Werk, das sowohl abgefahren, experimentell, bizarr, obskur und psychedelisch als auch heftig, dreckig, laut, melodisch, sanftmütig und harmonisch ist. Es kommt sehr viel zusammen, doch I KLATUS ist es gelungen, diese Melange an unterschiedlichen und gegensätzlichen Einflüssen und Stilelementen stimmig und flüssig miteinander zu verschmelzen. Da wundert es dann auch nicht mehr, dass man ganze fünf Jahre an Kether arbeitete.

Kether ist absolut kein Album welches sich mal eben so zum Zwischendurchkonsum eignet. Es ist vielmehr ein epochales klanggewordenes Manifest, dem man sich hingeben muss. Und gerade die Gegensätze sind es, die mich faszinieren. Es gibt Lieder, in denen I KLATUS atmosphärischen und melodischen Doom mit einer hochgradig aggressiven Mischung aus Death Metal, Grindcore und Hardcore abwechseln. Das erinnert mich dann ein wenig an UFO GESTAPO, doch I KLATUS gehen in ihrer Experimentierfreudigkeit weiter. Es sind auch viele psychedelische Arrangements mit eingespielten Samples und Ambientklängen zu hören, was dann vereinzelt an UFOMAMMUT erinnert. Ebenso gibt es auch „schamanisch“ anmutende Trommelrhythmen und sehr monotone Passagen, die den Wahnsinn komplettieren.

Kether ist ganz sicher ein besonderes Werk, welches sich von der breiten Masse an Veröffentlichungen abhebt. Kether ist vielmehr als nur Doom oder Sludge, es ist eine sonderbare Rundreise durch viele Stile und Gefühlslagen. I KLATUS können sehr böse und hässlich aber auch sehr sanft und lieblich aufspielen. Wie gesagt, es ist ein Werk auf dem sich die Gegensätze die Klinke in die Hand geben. Mir gefällt das sehr gut, da es I KLATUS eben wunderbar gelang, ein rundum stimmiges und ansprechendes sowie anspruchsvolles Album zu formen. Wer auf abgefahrene Musik mit dem gewissen Etwas steht und keine Angst vor experimentellen und unorthodoxen Klängen hat, sollte sich Kether keinesfalls entgehen lassen!

01. John of the network
02. Flailtank
03. Chemtrails
04. Antediluvian knowledge
05. Model prisoner interlude
06. Model prisoner revolt
07. Portals (Under the lake)
08. Pillar of Boaz
09. Tree of Sephirot
10. By the Coercion of Marduk
11. Karma and forgiveness
12. Dark commitment to the ceaseless NO

http://www.iklatus.com/

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