Horrendous – Anareta

Horrendous - Anareta

Horrendous - AnaretaDas US-amerikanische Trio HORRENDOUS präsentiert auf seinem dritten Album „Anareta“ Death Metal der alten Schule, jedoch anders als viele andere aktuelle Vertreter dieser Retrowelle. Während viele Bands versuchen brachial, düster und massiv, wie etwa GRAVE oder AUTOPSY, zu klingen, wandeln HORRENDOUS auf melodischen und technischen Pfaden, die zuvor von Gruppen wie PESTILENCE ausgetreten wurden.

Somit ist „Anareta“ definitiv eine Scheibe mit hohem Wiedererkennungswert. HORRENDOUS arbeiteten viele Feinheiten aus, sowohl melodisch als auch rhythmisch. Die Musik ist im Grunde permanent in Bewegung. So etwas wie Monotonie oder unmittelbare Direktheit kommen hier nicht, oder nur im Promillebereich, vor. Ganz im Gegenteil. „Anareta“ ist Death Metal, der gerne tief in die Trickkiste des Technischen und Komplexen greift.

Die Scheibe ist melodisch und technisch, ja. An den Gitarren gibt es viele abstrakte Riffs, offene Melodien und eingestreute Soli. Die Bassgitarre kommt knurrend und präzise und erinnert mich ab und zu an „In Pains“ von CADAVER. „Anareta“ ist eine sehr vielseitige Scheibe, denn wenn es Lieder gibt in denen HORRENDOUS an PESTILENCE oder auch ASPHYX erinnern, gibt es aber auch zwei Stücke, die mich an ARGHOSLENT erinnern, sowohl gesanglich als auch melodisch. Der Gesang von HORRENDOUS ist deshalb so unterschiedlich, da sich die beiden Saiteninstrumentalisten Damian Herring und Matt Knox abwechseln. Während der eine mit seiner heiseren und kratzigen Stimme eher an Martin van Drunen erinnert, geht der andere mit seinem energiegeladenen und stärker verzerrten Gesang in die Richtung der Amerikaner.

Horrendous (Band)Mein Fall ist „Anareta“ nicht unbedingt. Die Vermischung von technischer Komplexität mit Melodik ist nicht mein Ding. Gerade die abwechslungsreichen und abstrakten Stücke stoßen mir etwas bitter auf. Wenn es HORRENDOUS aber etwas einfacher und melodischer halten, kommen sie meinem Geschmack entschieden näher. Aber auch der Klang hinterlässt bei mir einen zwiegespaltenen Eindruck. Die Produktion ist zwar sehr klar, sauber und detailgetreu aber zugleich auch knochentrocken, nüchtern und steril. Dies passt durchaus zum Stil, erschwert mir aber zusätzlich den Zugang zu „Anareta“.

HORRENDOUS haben auf jeden Fall einen eigenständigen Charakter, der viel Atmosphäre der späten 80iger und frühen 90iger mitbringt. Wer es abwechslungsreich, melodisch aber auch technisch und abstrakt mag, der sollte sich „Anareta“ mal genauer anhören.

Horrendous – Anareta
Vinyl / CD / Digital | Dark Descent Records
2015 | Death Metal

1. The Nihilist
2. Ozymandias
3. Siderea
4. Polaris
5. Acolytes
6. Sum Of All Failures
7. Stillborn Gods
8. The Solipsist (Mirrors Gaze)

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https://horrendous.bandcamp.com/
http://www.darkdescentrecords.com/

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