HomSelvareg – HomSelvareg | 2008 | De Tenebrarum Principio | CD | Black Metal

Dieses selbstbetitelte Debütalbum von HomSelvareg erschien bereits 2005 als Eigenproduktion. Die Neuauflage wurde komplett neu gemastert und enthält darüber hinaus drei Bonusstücke vom ersten Demo.

Im Groben kann man den Black Metal, den die Italiener von HomSelvareg spielen als schnell und harsch umschreiben. Ein sehr markantes Element der Musik ist der ist verzerrte Kreischgesang, der stets sehr energisch ist und somit zu einer Art Bezugspunkt wird. Denn wenn der Gesang zu hören ist, kommt es nicht selten vor, dass man vor allem auf ihn achtet und die Instrumente zu sehr ins Abseits gedrängt werden. Dies wird schon gleich beim ersten Titel Nelle alpi deutlich, einem schnellen und ruppigen Stück, in dem der italienische, sehr schnelle und lebhafte Gesang, die Musik nahezu vollständig verdrängt. Dies ist schade, den der instrumentale Aspekt ist nämlich durchaus interessant, wie etwa die ruhigeren Passagen im Titellied HomSelvareg zeigen. Dort wechselt sich schnelles und brutales Spiel mit ruhigen Parts ab, in denen klare Gitarren melancholische Melodien zum Besten geben. Auch das schnelle und druckvolle Spiel hat seinen Reiz, doch der extreme und harsche Gesang überlagert dies zu oft.

Der Gesang ist aber nicht das einzige lebhafte und hektische Attribut. Die Gitarren werden phasenweise gleichfalls sehr spielfreudig und wechselhaft gespielt, was manchmal passend und stimmig ist aber auch andernorts das unangenehme Gefühl der Hektik oder gar Hysterie verstärkt. In den etwas langsameren und somit ruhigeren Stücken agiert HomSelvareg hingegen weitaus ansprechender. Die Melodieführung ist dann weniger quirlig und es reift ein stimmiges Gemisch aus druckvoller Härte und Melodik heran. Solche Momente sind jedoch rar gesät, genau so wie die gänzlich ruhigen und atmosphärischen Parts, die sehr gut sind und das sonst explosive, laute und barbarisch anmutende Gemetzel auflockern. So ein Fall ist La morte, ein relativ langes Stück in dem streckenweise schleppend und druckvoll gespielt wird und einige atmosphärische Arrangements zum Zuge kommen. In La morte stören dann auch die teils extrem schnellen und brutalen Parts nicht, da durch die langsameren Elemente im Lied insgesamt ein harmonischeres und stimmigeres Bild erschaffen wird. Gleiches gilt auch für Ascesa, in dem ein eingängig schneller Rhythmus mit klaren Gitarrenklängen kombiniert wurde. Während solcher Parts hört sich HomSelvareg richtig gut an und macht die vorangegangene phasenweise Schnelligkeit und Hektik vergessen.

Die drei Bonusstücke vom Demo sind natürlich in erster Linie etwas rauer. Aber auch an sich unterscheidet sich das Material vom Album, da es überhaupt gar nicht in die schnelle, harsche und brachiale Richtung geht. Lend your heart to the night und The triumph hymn sind zwei langsame Stücke mit unauffälliger und dunkler Melodieführung. Der Gesang ist zwar ebenfalls stark verzerrt doch bei weitem nicht so präsent und extrem wie auf dem Album selbst. Misanthrope hingegen ist weitaus roher. Klanglich als auch stilistisch, zumal Misanthrope dann auch wieder einige schnelle Schübe enthält.

HomSelvareg ist für mich ein sehr durchwachsenes Album, das zwar gute und gelungene Ansätze beinhaltet doch genauso auch viele Anteile hat, die mir missfallen. Vor allem die am Anfang stark ausgeprägte harsche Schnelligkeit, die auf mich oftmals einen hektischen sowie hysterischen Eindruck macht, was in erster Linie dem Gesang geschuldet ist, sagt mir überhaupt nicht zu. Ein wenig wirkt es so, als wollte HomSelvareg mit brechen und biegen roh, aggressiv und heftig klingen. Für Berufspuristen die extremen Gesang gepaart mit energischer Schnelligkeit mögen, vielleicht genau das Richtige. Ich bevorzuge in diesem Fall allerdings die wenigen gemäßigten und atmosphärischen Parts des Albums.

5/10
Aceust

01. Prologo: Il canto della foresta
02. Nelle alpi
03. HomSelvareg
04. La caccia
05. Fuga del selvaggio
06. Agonia
07. La morte
08. Ascesa
09. Lend your heart to the night
10. The triumph hymn
11. Misanthrope

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