Hel – Orloeg | 2006 | Det Germanske Folket | CD | Pagan Metal

Orloeg erschien bereits 1999 und wurde nun neu abgemischt, zum Teil neu aufgenommen und enthält neben neuer Aufmachung auch zwei Coverstücke als Bonus. Da ich die Originalversion von damals nicht kenne, kann ich nicht beurteilen inwieweit sich durch das neue Abmischen und Einspielen etwas am Klang verändert hat. Der Klang der Neuauflage ist jedenfalls als rundum gelungen zu beschreiben und gibt der differenzierten und vielfältigen Musik von Hel den passenden Rahmen.

Orloeg beginnt mit Johann Wolfgang Goethes Erlkönig und stellt einen guten Einstieg ins Album dar, da Hel hier ihren facettenreichen Pagan Metal, den es auf dem Album zu entdecken gilt, quasi in komprimierter Form vorstellen. Das Lied fängt leise und ruhig an, entlädt sich dann in einem energisch sinfonischen Arrangement das in eine flotte eingängige Passage übergeht bevor es dann mit dem Einsetzen der ersten Strophe wieder ruhiger wird. Vorgetragen wird der Text sowohl von verzerrtem Gesang als auch von einer feierlichen klaren Stimme. Mutter Erde ist von Anfang an stürmisch und kraftvoll, geprägt von eingängigen stampfenden Rhythmen, antreibenden Riffs und dem verzerrten Gesang. Doch mit dem ersten Refrain wandelt sich das Lied, es wird ruhig und ein wunderbarer klarer Gesang setzt ein, der wieder diese Feierlichkeit aufweist. Mit Wunden folgt ein kürzeres Stück, das langsam, melodisch und druckvoll gehalten ist.

Eine Flüsterstimme läutet Zeitenwende ein bevor das Lied dann überaus aggressiv und schnell beginnt loszustürmen um nur kurze Zeit später in einer sehr schönen, klaren und melodischen Passage zu münden. Mit Fimbulwinter und Der Weg ist das Ziel folgen zwei längere Stücke, die zum Teil sehr erhabene und majestätisch anmutende Phasen haben, die sowohl durch die streckenweise hart gespielten Gitarren wie auch dem Keyboard kraftvoll und mächtig vorgetragen werden. Der See ist ein ruhiges und sehr harmonisches Stück, das teilweise etwas rockig beschaffen ist und mit seinen schönen Melodien zum Träumen einlädt.
Zu guter letzt folgen mit Windows und Through blood by thunder zwei Bonusstücke, wobei vor allem die Adaption von At The Gates interessant ist. Denn Hel benutzen anstatt des tiefen Death Metal Gesangs die melodische klare Stimme und haben Windows auch insgesamt melodischer und harmonischer gestaltet als At The Gates damals.

Mit Orloeg haben Hel ein wunderschönes und stimmungsreiches Werk erschaffen, das sehr kraftvolle und harte Facetten wie auch klare, melodische und erhabene Züge in sich trägt und mit Hymnen wie Mutter Erde oder Der Weg ist das Ziel sehr mächtige Kompositionen besitzt.

01. Erlkönig
02. Mutter Erde
03. Wunden
04. Zeitenwende
05. Fimbulwinter
06. Der Weg ist das Ziel
07. Der alte Mann
08. Der See
09. Ragnarök
10. Spuren
11. Windows (At The Gates Cover)
12. Through blood and thunder (Bathory Cover)

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