Heilnoz / Drengskapur – The Forest’s Arcanum

Heilnoz & Drengskapur - The Forest's Arcanum

Heilnoz & Drengskapur - The Forest's ArcanumIn wenigen Tagen wird dieses Splitalbum von HEILNOZ aus dem spanischen Galicien sowie DRENGSKAPUR aus Berlin erscheinen. Beide Gruppen spielten bereits eine gemeinsame Tour durch Spanien und offenbar verstand man sich so gut, dass man beschloss ein gemeinsames Album rauszubringen. Dies liegt mir in der Form von „The Forest’s Arcanum“ vor. Während mir DRENGSKAPUR seit ihrem 2009er Album „Von Nebel umschlungen“ wohlbekannt sind, musste ich mich an HEILNOZ erst heran tasten.

Die Galicier sind mit drei relativ facettenreichen Liedern vertreten, die schlichte Direktheit aber auch feine Harmonien sowie eine gewisse rohe Atmosphäre beherbergen. Es fiel mir nicht ganz leicht Zugang zu HEILNOZ zu finden, denn vor allem mit dem Gesang von Sänger Abhorym tue ich mich schwer. Seine trockene, heisere und nur leicht verzerrte Stimme wirkt auf mich gelegentlich eine Spur zu nüchtern und sachlich, wenn auch nicht immer. Musikalisch hingegen sind HEILNOZ alles andere als nüchtern.

Rhythmisch und harmonisch gibt es einige Abwechslung. Die Rhythmen sind sehr variabel und beginnen bei schleppenden Takten, die über mittelschnelles Spiel bis hin zu monotoner Raserei gehen. Harmonisch sieht es ganz ähnlich aus. HEILNOZ verstehen es, sowohl kalte und grimmige Riffs als auch offene Melodien zu spielen. Die grimmig und schnell stampfenden Lieder sind direkt, roh und schlicht, während die zahlreichen gedrosselten Parts harmonischer und melodischer ausgestattet wurden. Manchmal schwingt dabei eine dezente Wehmut mit, die sich aus Melodik und Gesang speist. Andernorts regiert unbarmherzige Kälte. HEILNOZ verbinden beides geschickt miteinander. Ich kann nicht genau sagen warum, womöglich liegt es am Gesang oder der Sprache, vielleicht sind auch einige Harmonien schuld, doch HEILNOZ wirken stellenweise sehr spanisch respektive galicisch auf mich. Unweigerlich musste ich hin und wieder an Gruppen wie BRIARGH und SENTIMEN BELTZA denken, obgleich HEILNOZ stilistisch eher nicht mit diesen Bands zu vergleichen sind.

DRENGSKAPUR steuerten vier neue Lieder bei und was soll ich groß erzählen? Die zwei Berliner machen genau das, was sie schon immer taten. Sie spielen einfach unglaublich intensiven Black Metal, der eine extrem kalte Grimmigkeit mit unbeschreiblich detaillierter Vielfalt verbindet. Sowohl die beiden instrumentalen Akustikgitarrenstücke als auch die ‚echten‘ Lieder zeugen von musikalischem Geschick und Können.

Ich bin einfach restlos davon begeistert, wie es DRENGSKAPUR scheinbar mühelos gelingt, die rohen und traditionellen Werte des kompromisslosen Black Metals mit spielerischer Eleganz und Erlesenheit verbinden. Einerseits sind die Lieder rau, dreckig und gerne auch absolut aggressiv, andererseits gibt es sowohl an der Gitarre als auch am Schlagzeug unglaublich viele Feinheiten, Abstufungen und Nuancen zu hören. DRENGSKAPUR beherrschen bohrende und grimmige Direktheit mit derselben Präzision wie die hervorragend arrangierten Melodien, welche schön, hässlich, gefühlvoll aber auch messerscharf und eiskalt sein können.

DRENGSKAPUR beweisen auf überragende und eindringliche Art und Weise dass man traditionellen und durchaus auch rauen Black Metal hervorragend mit einer hohen spielerischen und strukturellen Komplexität verbinden kann. Wenn ich ehrlich bin wüsste ich überhaupt nicht was DRENGSKAPUR besser machen könnten. Für mein Empfinden ist der Beitrag der Berliner schlicht und ergreifend perfekt!

Fazit: HEILNOZ sind nicht schlecht, gerade musikalisch gelingt es den Galiciern durchaus mich anzusprechen, lediglich der Gesang ist nicht so mein Ding. Doch die Kombination aus Geradlinigkeit, Härte und Melodik hat ihren Reiz. DRENGSKAPUR präsentieren sich in überragender Form, weshalb die Split definitiv zu empfehlen ist!

Heilnoz / Drengskapur – The Forest’s Arcanum
CD | Black Metal
2015 | Dominance of Darkness Records

HEILNOZ
1. Os Albores do Tempo
2. O Abrazo do Outono
3. O Peto das Ánimas

DRENGSKAPUR
4. Von den Höhen hernieder
5. Trügerisches Nass
6. Des Waldes Quell
7. In die Tiefen hinab

http://www.drengskapur.de/
https://www.facebook.com/Drengskapur.de
https://heilnoz.bandcamp.com/
http://www.dod-records.de/

Schreibe einen Kommentar