Hasserben / Searing Skull – De Vesontio Ad Argentoratum | 2011 | Atavism Records / D.U.K.E. | CD | Black Metal

Auf dieser Split geben sich zwei französische Untergrundgruppen die Klinke in die Hand. Den Anfang machen HASSERBEN, die 2005 gegründet wurden und vor dieser Split zwei Demos zustande brachten. Die HASSERBEN spielen recht rohen und schroffen Black Metal, der reich an hellen und grellen Tönen ist. Der Kreischgesang ist extrem verzerrt und somit auch sehr präsent. Das Gitarrenspiel ist riffbetont und melodisch, während das Schlagzeug oft beckenbetont und antreibend daher kommt. Irgendwie kann man den Stil als leicht melodisch aber roh und hasserfüllt bezeichnen. Einerseits spielen HASSERBEN streckenweise sehr roh und harsch, um dann mit einem ziemlich gut gespielten und klaren Soli zu überraschen. Streckenweise wirkt die Gruppe auf mich wie eine Mischung aus SEIGNEUR VOLAND und SATANIC WARMASTER – wozu auch das nachgespielte The Vampiric Tyrant bestens passt. Streckenweise richtig gut, da derbe und roh, andererseits aber auch etwas langatmig. Die Lieder sind sechs bis sieben Minuten lang und die Gitarren sind zumeist in Bewegung, wo man dann auch aufpassen muss, sich nicht zu sehr ins Melodische zu verlieren.

SEARING SKULL existieren bereits seit 1997, allerdings hält man sich mit der Veröffentlichung von Tonträgern bisher zurück. Stilistisch unterscheiden sich SEARING SKULL von HASSERBEN deutlich. SEARING SKULL agieren im Vergleich deutlich weniger rau und das melodische Riffing ist wesentlich dezenter. Der Gesang ist bissig und giftig und die Lieder sind geradliniger aufgebaut. Der Rhythmus ist über längere Strecken eingängig, wobei sich SEARING SKULL jedoch nicht auf ein Tempo festlegen. Es gibt schnelle, rasende Parts ebenso wie schleppend und drückend gespielte Passagen. Während Le Soleil Meurt Chaque Nuit durch schnelle Strecken auffiel, hört sich der Anfang von Dead Upon The Cold Earth stark nach Death/Doom an. Jedenfalls solange, bis der Gesang dazu kommt. Dann entwickelt sich das Lied zu einer sehr interessanten Stilvermischung. Die Instrumente, sehr tieftönend und basslastig, wurden minimalistisch aber hochdosiert und kräftig eingespielt, was, wie gesagt, in die Richtung Death/Doom geht, während der Kreischgesang klar zum Black Metal gehört. Erst nach einigen Minuten verändert sich das Lied zunehmend und wird melodischer, fast schon hymnisch und paganesk. Im knapp zehn Minuten langen Those Who Still Hope steht dann wieder ganz klar der Black Metal im Mittelpunkt. Schnelligkeit wechselt sich mit langsamen Parts ab und zwischendurch gibt es auch eine Akustikgitarre. SEARING SKULL kombinieren in gewisser Weise geradlinigen Black Metal mit dunkelatmosphärischen Elementen.

Wenn man sich für den Untergrund unseres Nachbarlandes interessiert, könnte diese Split eine interessante Sache sein. Weder HASSERBEN noch SEARING SKULL sind schlecht, allerdings ist das Dargebotene auf dieser CD auch nicht weltbewegend. Am besten gefällt mir das death/doomige Dead Upon The Cold Earth von SEARING SKULL, welches allerdings auch eine Ausnahme darstellt.

HASSERBEN
01. Intro
02. Errance
03. La Marche de L’hérétique
04. Torpeur mortuaire
05. The vampiric tyrant (Satanic Warmaster Cover)

SEARING SKULL
06. Le soleil meurt chaque nuit
07. Dead upon the cold earth
08. Those who still hope
09. Agony of the universe

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