Hamleypa – Aus Augen wie Tau ein Feuer entfacht | 2010 | Eigenproduktion | CD | Black Metal

Über Hamleypa ist nicht sehr viel bekannt, außer dass die Gruppe 2007 gegründet wurde und es 2008 zu einem Demo in Kleinstauflage kam, ehe diesen Sommer die MCD Aus Augen wie Tau ein Feuer entfacht erschien. Wenn man Ein- und Ausleitung sowie die Überleitung Umkehr abzieht, bleiben vier Lieder übrig, die im atmosphärischen und melodisch eingefärbten Black Metal angesiedelt sind. Hamleypa versteift sich dabei allerdings nicht zu sehr und ausschließlich auf dunkle Melodieführungen sondern spielt auch grimmig und rumpelig auf, wie das Lied Tore zu den Sternen beweist. Hier lässt sich noch nicht erahnen wohin die Reise gehen wird, denn der Black Metal der hier geboten wird, ist dezidiert grell und rau, der Kreischgesang intensiv und harsch. Das Tempo variiert dabei von schleppend über mittelschnell bis schnell. Das direkt folgende Ewighain ist dann aber zur Gänze ein langsames, ruhiges Stück in dem es neben Klargesangseinlagen auch sehr dezente Keyboardanschläge im Hintergrund zu hören gibt. Ist ganz nett, haut mich aber nicht vom Hocker. Umkehr fungiert in der Mitte des Werks als kurze Überleitung, in der neben dem Plätschern eines Baches die Akustikgitarre zu hören ist.

Melodisch, atmosphärisch und mit kurzen Chorgesangsandeutungen geht es mit Heimaterde weiter. Das Tempo ist durchgehend langsam und die ruhige, melodische Spielweise an den Instrumenten steht in Wechselwirkung zum eindringlichen und stark verzerrten Kreischgesang. Irgendwie entwickelt das Lied aufgrund seiner Länge und Eingängigkeit einen gewissen hypnotischen Sog. Punktuell erinnert mich der Gesang und das dezente Keyboard hier sogar entfernt an Bilskirnir. Bisher erwies sich Hamleypa recht vielseitig. Allerdings fehlt ja noch ein Lied. …und nichts ist geblieben ist mit einer Länge von etwas mehr als zehn Minuten das längste und zugleich stärkste Lied. Es wartet mit großartigen melodischen Riffs auf, die mich stark an das Lied Queen of the Borrowed Light von Wolves in the Throne Room erinnern. Sie stehen düster und schwer im Hintergrund, während im Vordergrund der bissige Gesang und das laute, phasenweise schnelle und wüste Getrommel zu hören ist. In …und nichts ist geblieben zeigt sich Hamleypa von der besten Seite und präsentiert ein intensives Lied mit tollem Spannungsaufbau und feinem Gespür für Melodik und Dramatik.

Aus Augen wie Tau ein Feuer entfacht ist eine abwechslungsreiche Veröffentlichung, die jedoch keiner klaren Linie folgt. Der große gemeinsame Nenner ist das dunkelatmosphärische Spiel, welches sich jedoch in unterschiedlichen Facetten offenbart. Insgesamt betrachtet ist es aber eine ansprechende und gelungene Sache. Vor allem liegt das an …und nichts ist geblieben und Tore zu den Sternen. Wenn sich Hamleypa in Zukunft zu sehr auf ruhige Lieder wie Ewighain konzentriert, kann der interessante und abwechslungsreiche Ansatz schnell verloren gehen.

7/10
Aceust

01. zum Ursprung
02. Tore zu den Sternen
03. Ewighain
04. Umkehr
05. Heimaterde
06. …und nichts ist geblieben
07. vom Ende

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