Hallig – 13 Keys To Lunacy | 2012 | Folter Records

HALLIG ist eine neue, 2010 gegründete, Black Metal Gruppe aus dem Ruhrgebiet, die mit dem Album 13 Keys To Lunacy debütiert. Das Versprechen lautet schnellen und melancholischen Black Metal. Dies kann man so in der Tat stehen lassen. HALLIG spielen einen Stil, der harte Schnelligkeit mit einer gewissen Dynamik und melodischer Abwechslung kombiniert.

Das Konzept, die Zutaten, all das klingt sehr vielversprechend. Und obwohl 13 Keys To Lunacy ein handwerklich gut gemachtes Album ist, schaffen es HALLIG jedoch nicht, mich abzuholen. Das Album geht irgendwie ständig an mir vorbei, lediglich mit dem Stück Epiphany vermag man es, mich zu berühren. Ich kann nicht mal so genau beschreiben, was mir an dem Teil missfällt. Es ist wohl die Summe vieler Kleinigkeiten. Auf der einen Seite klingt mir das Album zu „deutsch“, ich habe mit dem bissigen Keifgesang so meine Schwierigkeiten, andererseits sagen mir die Melodien zumeist nicht zu. Dabei finde ich die Intention, Raserei und Härte mit Melodik zu kombinieren grundsätzlich gut – zumal es viele Beispiele gibt, wie hervorragend dies funktionieren kann. Ein weiterer Minuspunkt ist für mich der Klang, der etwas dumpf und rauschend ist – was allerdings auch an der reduzierten Qualität der digitalen Promo liegen kann.

Ich weiß, dies sind vorwiegend subjektive Kritikpunkte, doch wenn das Gefühl und Empfinden nicht hinhaut, ist es schwierig objektiv auf das Werk zu schauen. Versuchen will ich es dennoch: Qualitäten hat 13 Keys To Lunacy aber dennoch. Vor allem spieltechnisch und handwerklich. Ich finde, am Schlagwerk gibt es einige hörenswerte Momente, die mir gut gefallen. Und in Epiphany finde ich die kurzweilige Verwendung der Akustikgitarre sehr gelungen, da sie einen wunderbaren atmosphärischen Kontrast zum harten Black Metal darstellt. Doch dies ändert nichts an der Tatsache, dass ich das Album insgesamt langweilig finde. Gerade die Gitarrenmelodien finde ich oftmals alles andere als ergreifend, eher ernüchternd, und dann ist da, wie gesagt, der sehr energische Kreischgesang, der in einem anderen Kontext sicherlich mächtig wirken kann, hier aber auf mich farblos wirkt. Somit ist 13 Keys To Lunacy für mich nur ein handwerklich gut gemachtes aber stimmungstechnisch eher langweiliges sowie durchschnittliches Album. Potential ist aber vorhanden, gerade was Rhythmus und Schlagwerk betrifft. Wer sich selbst ein Bild von der Angelegenheit machen will, kann bei Soundcloud zwei Titel hören:

01. If I am the storm
02. Hadaler Traum
03. Reinvigoration
04. Am Firmament
05. Epiphany
06. Nichts als Stille
07. Unter Menschen
08. 13 Keys

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