Griffon – Har HaKarmel

Griffon - Har HaKarmel

Griffon - Har HaKarmelWeshalb GRIFFON ihr Debütalbum nach einer mehrheitlich von Drusen bewohnten Stadt im Karmelgebirge im Nordosten Israels benannten, bleibt ob meiner mangelnden Französischkenntnisse leider im Verborgenen. Offenkundig beschäftigt sich die Pariser Band aber nicht nur mit religiösen Themen, jedenfalls deutet der Liedername „L’Arbre Blanc“ auf Tolkien hin.

Wie dem auch sei. Musikalisch stellen sich GRIFFON auf ihrem ersten Album „Har HaKarmel“ breit auf. Natürlich spielt der Fünfer, bei dem unteranderem Leute von MOONREICH sowie MORTIS MUTILATI mitmischen, Black Metal. Dies tun sie auf eine vielfältige Art und Weise, die Härte mit Melodik und einigen leichten aber dezidiert paganesken Elementen verbinden.

Mich erinnern GRIFFON hin und wieder an ihre Landsmänner von BELENOS, vor allem dann, wenn sie atmosphärisch aufspielen und epische Darbietungen mit Chören zum Tragen kommen. Das kommt nicht oft vor, aber es gibt solche Momente. GRIFFON setzen häufig auf zentral positionierte melodische Gitarrenläufe, die mit einem stark verzerrten und teils harschen Gesang kombinieret wurden. Ebenso kommen auch mal eine Akustikgitarre oder dezente Keyboards zum Einsatz.

GRIFFON verbinden vielschichtige Arrangements mit der Aura von Direktheit und Härte. Obgleich das melodische Gitarrenspiel federführend ist und man sich nur selten auf rohes und barsches Terrain zurückzieht, sind GRIFFON durchaus gewollt nicht zu sehr in melodische Gefilde abzudriften. In Liedern wie etwa „La Cité est Perdue“ gibt es schön schnelle, gleichförmige und harte Parts mit denen man die Bereitschaft zur Kompromisslosigkeit demonstriert. Allerdings sind es immer nur partielle Ereignisse, die ich gerne öfters hören würde.

„Har HaKarmel“ ist kein schlechtes Album, dies kann man sehr deutlich an den gut gespielten und durchdachten Melodien hören. Nur sagen mir diese melodischen Fragmente nicht immer sonderlich zu. Da gefallen mir die harten und schnellen Passagen viel besser, oder auch die leisen Abschnitte mit Akustikgitarre sind schön und gefühlvoll. Nur wenn es mittelschnell wird und melodisches Riffing, welches manchmal gar an schwedische Gruppen wie etwa DISSECTION erinnert, den Black Metal nährt, sind mir GRIFFON einfach eine Spur zu melodisch.

Wer sich jedoch nicht vor melodischen Gitarren scheut, der bekommt mit GRIFFON und ihrem Debütalbum eine interessante Alternative zu etablierten und ewig gleichklingenden Bands.

Griffon – Har HaKarmel
CD | Hass Weg Productions
2016 | Black Metal

1. L’Apostat
2. La Cité est Perdue
3. L’Arbre Blanc
4. Har Hakarmel
5. La Lisière
6. Psaume
7. Tout est Accompli

https://www.facebook.com/griffonblackmetal
http://hassweg-prod.com/

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