Goatpsalm – Downstream

Goatpsalm - Downstream

Goatpsalm - DownstreamRund dreieinhalb Jahre nach „Erset La Tari“ melden sich GOATPSALM aus Russland zurück. Die 2009 gegründete Formation konnte mich mit ihrer düsteren und obskuren Mischung aus Ambient, Funeral Doom und Black Metal überzeugen. Entsprechend gespannt war ich nun auf „Downstream“, welches in Kürze auf CD gebannt erscheinen wird.

GOATPSALM spielen nach wie vor sehr düstere, oftmals rituell anmutende Musik mit hohem Ambient-Anteil. Allerdings wurden die Stücke kleinteiliger gegliedert. Anstatt zwei überlange Lieder und eine Überleitung zu präsentieren, gibt es diesmal sechs Kompositionen, von denen keine länger als vierzehn Minuten ist.

„Downstream“ ist nicht nur düster und schwer, es ist überdies auch ein ruhiges Album. Es ist ein dunkelatmosphärisches Opus mit sehr ausgedehnten und unaufgeregten Darbietungen, die zwar immer düster und beklemmend, aber manchmal auch feierlich und majestätisch anmuten. Im Vergleich zum Vorgänger ist „Downstream“ nicht mehr so vordergründig bizarr. GOATPSALM scheinen weniger auf starke Kontraste und überraschende ‚Schockmomente‘ zu setzen, stattdessen breiten sich stimmungsvolle, ätherisch anmutende Klanglanglandschaften aus.

Ambient und atmosphärische Arrangements sind auf „Downstream“ federführend, diese fließen immer wieder in sphärischen Funeral Doom ein, der sich wie eine Kombination aus EVOKEN und FUNGOID STREAM anfühlt. In anderen Stücken kommt unter anderem eine Maultrommel zum Einsatz, was gemeinsam mit akustischen Gitarren den ruhigen und sphärischen Charakter verstärkt.

H (Goatpsalm)GOATPSALM erwecken in mir den Eindruck als seien sie Klangforscher auf der Suche nach dem ultimativen Soundtrack für eine religiöse Zeremonie. „Downstream“ ist in jedem Fall ein ruhiges und feierliches Werk mit Tiefgang und vielschichtigen Strukturen. Es ist zugänglicher als „Erset La Tari“, da GOATPSALM diesmal weniger bizarr agieren. Klaustrophobische Momente der Beklemmung sind nach wie vor vorhanden, jedoch dezenter und eingebettet in ein insgesamt sehr atmosphärisch ausgerichtetes Album.

Wer sich auf „Downstream“ einlassen will wird ein facettenreiches Stück düsterer Musik bekommen und sich daran erfreuen. Mir persönlich ist es etwas zu langatmig, mir sind die vorhandenen grotesken und bizarren Momente und Kontraste zu rar gesät, um mich langanhaltend zu fesseln.

Goatpsalm – Downstream
CD | Aesthetic Death Records
29.02.2016 | Funeral Ambient

1. Grey Rocks
2. Flowers Of The Underworld
3. White Sea
4. Orphan
5. Of Bone And Sinew
6. The Waylayer (A Great Spring Hunger)
7. Downstream

https://www.facebook.com/Goatpsalm/
https://goatpsalm.bandcamp.com/
http://www.aestheticdeath.com/

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