Germ – Grief | 2013 | Eisenwald | CD | Black Metal

Viele dürften das neue Album von GERM wohl mit großer Spannung erwarten. Am 21. Oktober ist es soweit und mit Grief steht nach nur einem Jahr der Nachfolger von Wish im Handel. Für mich war Wish damals ein großartiges Album, gerade und vor allem der unorthodoxen, experimentellen Herangehensweise wegen, die Black Metal mit Elektronik sowie orchestraler Untermalung verband. Wish war zweifelsohne ein intensives und emotionales Album. Diesen Ansatz verfolgt GERM auf dem neuen Werk zwar nach wie vor, allerdings mit etwas anderen Mitteln.

Auf Grief steht (wieder) der Black Metal vermehrt im Mittelpunkt. Es lassen sich deutlich Tims Jahre bei AUSTERE heraushören. Es gibt viele Passagen die mich stark an den tristen depressiven Black Metal von AUSTERE erinnern, allem voran der stark verzerrte Kreischgesang. Im Gegenzug fehlen die luftigen Synthesizerklänge des Debüts komplett, was ich persönlich sehr bedauere. Stattdessen ist Audrey Sylvain von AMESOEURS in zwei Liedern zu hören, was mir überhaupt nicht gefällt. Denn hier klingt GERM ebenso rockig und betont melancholisch, wie eben auch AMESOEURS. Für mich ist das nichts Ansprechendes, im Gegenteil, es stößt mich irgendwie ab. Ich kann mit dieser Verbindung und Vermischung aus Black Metal, Depressive Rock und irgendeinem Post-Metal-Gedudel nicht viel anfangen. Dazu passt auch das sehr ruhige Stück How Can I?, in dem seichtes Piano und Tims Klargesang zu hören sind, was auf mich sehr balladesk wirkt und mich irgendwie kitschig an „November Rain“ von Guns `N Roses erinnert.

Für mich ist Grief ein enttäuschendes Werk. Gerade die Sachen die ich so an Wish mochte fehlen hier leider gänzlich und da mich einzelne Passagen auch stark an AUSTERE erinnern, mit denen ich ebenfalls nie so richtig warum wurde, finde ich einfach keinen Zugang zur Klangwelt GERMS. Die Lieder sind gefühlvoll, teilweise auch intensiv und GERM versteht es zweifelsfrei eine Art Spannungsbogen aufzubauen, nur spricht er mich damit nicht an.

https://www.facebook.com/germofficial
http://www.eisenton.de/

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