Genocide – Apocalyptic Visions | 2007 | Ván Records | CD | Black Metal

Kurz vorab eine Definition, um welche Gruppe es sicher hierbei handelt, da es rund um den Globus zig Bands gibt, die den Namen Genocide tragen. In diesem Fall handelt es sich um die deutsche Black Metal-Formation Genocide, die sich aus Leuten von Eternal Frost sowie Vergeltung rekrutiert und mit Apocalyptic visions ihr Debütalbum abliefert.

Der erste Eindruck, den Apocalyptic visions macht, ist der, es hier mit rigorosem War Black Metal zu tun zu haben. Sowohl der Bandname als auch die Bebilderung des Booklets und nicht zuletzt auch die schnelle, zerstörungswütige Spielweise lassen hierauf schließen.

Nach einer kurzen, aus Kirchengeläut bestehenden Einleitung, geht es mit dem ersten Titel Command for genocide schlagartig schnell und heftig zur Sache. Das schnelle, teils peitschende, teils polternde Schlagzeugspiel und die schnellen Riffs zum Auftakt klingen schön brachial. Mit dem Gesang wird es dann allerdings schleppender und das schnelle Riffing passt sich entsprechend an und wird ruhiger und harmonischer. Der Gesang von Genocide ist ein markantes Merkmal, da er ungewöhnlich grell sowie hell ist und vereinzelt leicht heiser und keifend klingt, was entfernt an die kanadische Gruppe Lust erinnert, deren Gesang jedoch noch weitaus extremer und auffälliger ist.

Nach Command for genocide, in welchem sich schnelle peitschende Parts mit schleppenden Passagen abwechselten, folgt mit Blasphemy ein kurzes knackiges Stück, das nahezu durchgängig schnell und antreibend ist. Zwar gibt es auch hier zwei kurze schleppende Abschnitte, doch sind diese recht kurz gehalten, sodass die brachiale Atmosphäre der Geschwindigkeit klar überwiegt.

In dieser strukturellen Art und Weise wurde das komplette Album eingespielt. Genocide hat ein sehr homogenes Album kreiert, in dem in jedem Lied schnelle, brutale sowie schleppende Parts vorkommen. Deshalb ist es kein klassisches War Black Metal-Album, da die harmonischen Aspekte während der schleppenden Arrangements zu groß sind.

Es gibt aber zwei Stücke, die sich von den restlichen Titeln abheben. Das Eine ist Interitus christianorum, welches in einem ruhigen, eher schleppend gehaltenem Rhythmus beginnt und dabei durch erstklassige, melodisch gespielte Gitarren auffällt. Diese wunderbare Spielweise bleibt auch während der schnellen Parts erhalten, sodass Genocide dann herrliche Riffs hinzaubert, die das Blut gefrieren lassen.

Auf Interitus christianorum folgt dann mit Welt in Flammen unmittelbar das zweite Lied, das sich vom Rest unterscheidet, da es durchgängig überaus schnell, heftig und brutal ist. Es wechseln sich hier sehr schnell und eingängig gespielte Passagen mit etwas differenzierteren Parts ab, die sehr riffbetont sind und durch flottes polterndes Schlagzeugspiel auffallen, was sich dann wunderbar nach heftigstem Thrash Metal anhört.

Apocalyptic visions ist ein mehr als gelungenes, schnelles Black Metal-Album das gute, zum teil wirklich erstklassige Riffs beinhaltet. Dabei ist es aber nicht einfach nur schnell sondern hält viele schleppende Passagen bereit, die neben der guten Gitarrenarbeit, in einem gewissen Maß für Abwechslung sorgen. Dabei ist der eher untypische Gesang nicht zu vergessen, welcher Genocide mit Apocalyptic visons eine eigene, unverkennbare Note verleiht, die mir persönlich sehr gut gefällt.

Apocalyptic visions erscheint am 28. September auf CD. Eine Vinyl-Version wird es ebenfalls geben.

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