Front Beast – Black Spells Of The Damned | 2006 | Isengard Productions | CD | Black Metal

Nach diversen Demobändern und Split EPs gibt es nun endlich, mit Black spells of the damned, das erste Front Beast-Album und somit auch die erste CD.

Mit Dawn of Azrael beginnt das Album gediegen und schwermütig. Das knapp vier Minuten andauernde Instrumental besteht vor allem aus der langsam aber unverkennbar gespielten Gitarre, sowie einem punktuell eingesetzten Keyboard im Hintergrund, welches diese melancholische Atmosphäre festigt. Als bedrückend erweist sich auch das folgende Candlelights, das zwar flott und antreibend beginnt, sowohl rhythmisch als auch an der Gitarre, doch mit dem Einsetzen des Gesangs, wird es durch und durch schleppend. Die instrumentalen Passagen zwischen den Strophen wanken zwischen typischen, flotten Front Beast-Riffs und einer – überraschend – düsteren Melodieführung.

Das folgende Unbound evil, längstes Stück der CD, führt diese ernste Stimmung fort. Die ersten Minuten sind gekennzeichnet von einer ruhigen, dunklen Gleichförmigkeit, deren Eingängigkeit etwas beklemmend Fesselndes hat. Die schleppende Rhythmik wird auch während der Strophe beibehalten und die Gitarren sind ebenfalls auffällig eingängig, lediglich Avengers Gesang erweist sich als variabel. Er singt, schreit und kreischt in bekannter und genialer Art. Dennoch fehlt dem Lied Unbound evil etwas. Es ist über neun Minuten lang, und, dabei eben sehr eingängig, irgendwie schwermütig dumpf.

Ganz anders ist es da mit Past midnight they arrive, das mit dem typischen Front Beast-Riffing beginnt, welches oft einen dreckigen, anrüchigen Beigeschmack hat. Passend dazu, ist der Rhythmus schleppend und ein wenig holprig. Past midnight they arrive passt atmosphärisch gut in die Reihe der Meisterwerke wie Slaughter the heaven, Laws of the cemetary oder Geschichten aus der Folterkammer.

Mit einem lauten, grell verzerrten Schrei wird Devils flame eröffnet, einem Lied, das die Bezeichnung „Black Heavy Metal“ perfekt verkörpert. Nach dem antreibend strukturierten Anfang, folgt eine wunderbare Passsage, die durch erstklassige, langsame Riffs besticht. Diese Passage wird nach einem heftigen und aggressiven Schub wiederholt, bevor es dann zum Ende hin wieder schneller und heftiger zugeht.

Zu guter letzt gibt es das Titellied Black spells of the damned, ein rhythmisch ruhiges und unauffälliges Stück. Leider ist auch der Rest recht glanzlos. Es gibt natürlich allerhand Riffs, doch diese hauen einen nicht gerade um. Das Lied ist insgesamt etwas zu farblos, ähnlich wie schon Unbound evil. Einzelne Elemente sind durchaus gelungen und schön anzuhören, doch da die Lieder nicht gerade kurz sind, fehlt das bestimmte Etwas, die Würze sozusagen.

Dies lässt sich auch über das Album insgesamt sagen. Es gibt Höhen und Tiefen wobei die Schwächen leider überwiegen. Die großen Erwartungen die ich hatte, konnten nicht erfüllt werden. Dazu fehlen mir einfach die zündenden Knaller, (wie beispielsweise die erwähnten Titel der Split EPs) die es von Front Beast ja zahlreich gibt. Black spells of the damned ist sicherlich auch kein schlechtes Album, doch wenn man eine Vielzahl der bisherigen Veröffentlichungen kennt, wirkt es etwas langweilig.

01. Dawn of Azrael (Intro)
02. Candlelights
03. Unboound evil
04. Past midnight they arrive
05. Devils flame
06. Black spells of the damned

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