Fortíð – 9

Fortíð - 9

Fortíð – 9
2015 | Black Pagan Metal
CD / Digital | Schwarzdorn Production

Aus dem einstigen isländischen Einmannprojekt FORTID wurde das aktuelle und mehrheitlich norwegische Quartett FORTÍÐ. Bandgründer Einar „Eldur“ Thorberg zog vor sechs Jahren nach Norwegen und scharte hernach drei norwegische Musiker um sich, mit denen er „9“, das fünfte Album, einspielte und veröffentlichte. Da ich FORTÍÐ bisher nur vom Namen her kannte, wusste ich nicht worauf ich mich einließ. Allerdings wird „9“ als ‚Epic Pagan Black Metal‘ umschrieben, was schlimmste Befürchtungen in mir weckte. Vorweg: „9“ ist besser als von mir befürchtet. Denn es ist ganz anders als gedacht. „9“ ist ein sehr vielseitiges, komplexes und teils sogar progressives Album.

FORTÍÐ kombinieren rohen, grimmigen und nordischen Black Metal mit sehr melodischen Elementen, atmosphärischen Passagen, eigensinnigen Riffs, Klargesang und dezidierten Ausflügen in die Heavy-Power-Metal-Ecke. Was sich jetzt womöglich überladen und konfus liest, funktioniert jedoch erstaunlich gut. Trotz der Vielzahl an unterschiedlichen Einflüssen, Stilen und Elementen empfinde ich „9“ letztlich als dezent. Dies liegt am geschickten und detaillierten Liedaufbau, welcher glücklicherweise auf bombastisches Vikinger-Pathos verzichtet. So sind die häufigen Klargesänge von Eldur recht zurückhaltend, während der verzerrte Gesang nordisch grimmig daher kommt. Aber auch auf typische Instrumente wie Keyboard, Akkordeon, Dudelsack und ähnliches wurde weitgehend verzichtet. Lediglich das Keyboard kommt sporadisch und kurzweilig zum Einsatz. Melodieführend sind einzig und allein die Gitarren, die neben harten metallischen Riffs, drückenden Akkorden und schnellen Melodieläufen auch überaus agile Soli (Power und Heavy Metal lassen grüßen) zum Besten geben.

Es ist aber nicht nur die dezente Umsetzung der paganen Thematik, die mir an „9“ gefällt. Als interessant und ansprechend empfinde ich auch die überaus unterschiedlichen Inspirationen, die man heraushören kann. Es gibt immer wieder bedrückende Parts, die mich an SÓLSTAFIR erinnern. Andererseits haben FORTÍÐ hin und wieder auch einige mystische Passage einfließen lassen, die eine ungewöhnliche und geheimnisvolle Atmosphäre versprühen ohne dabei jedoch auf nordischen Folk zurückzugreifen, wie man wohl erwarten könnte.

„9“ ist für mich ein überraschendes und gutes Album, welches sich ausdrücklich nicht nur an eingefleischte Anhänger von Viking und Pagan Metal richtet. Ganz im Gegenteil. Wer Freude an abwechslungsreicher Musik hat, die Härte mit Melodik und Grimmigkeit mit Moderne verbindet, der sollte „9“ unbedingt probieren.

1. Hrafnar
2. Hugur
3. Nornir
4. Viska
5. Leit
6. 9
7. Galdur
8. Rúnir
9. Hof

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