Forteresse – Métal Noir Québécois | 2006 | Sepulchral Productions | CD | Black Metal

Forteresse, eine noch recht junge Gruppe aus dem französischsprachigen Teil Kanadas, hat sich dem traditionellen und rauen Black Metal verschrieben, der jedoch vereinzelt, kleine folkloristische Anleihen enthält.

So wird das erste Lied auch sogleich munter mit einem kurzen Akkordeon-Part eingeleitet. Auf diesen folgt ein langes, eingängiges Stück, das durch wenig rhythmische Veränderungen und einer ruhigen, episch anmutenden Gitarrenmelodie gekennzeichnet ist. Der Rhythmus ist zumeist eingängig antreibend und von simpler Beschaffenheit. Das zweite Stück, Une nuit pour la patrie, beginnt sofort stürmisch stampfend, auch hier ist eine eingängige, relativ ruhig gespielte, Gitarrenmelodie zu vernehmen. Obwohl diese, stets im Vordergrund stehende Melodie einfach und eingängig ist, hat sie eine gewisse wohlklingende Ausstrahlung, die gut mit der rauen, rhythmischen Eingängigkeit harmoniert. Nach einigen Minuten wird Une nuit pour la patrie abwechslungsreicher. Die ruhige Gitarrenmelodie verstummt, das hämmernde Schlagzeug wird ruhiger und das Ganze geht in einen schleppenden Part über, in dem später die Gitarrenmelodie wieder hinzukommt, jedoch variabler als zuvor. Nach und nach wird das Tempo angehoben, bis das Lied dann in seiner anfänglichen eingängigen Schnelligkeit ausklingt.

Am Anfang von La flamme et le lys steht ebenfalls ein kurzer, sehr fröhlich klingender folkloristischer Part, bei dem ich automatisch an Siedler des 18. Jahrhundert denken muss, die den Nordamerikanischen Kontinent besiedelten. Vermutlich spielt diese geschichtliche Thematik eine inhaltliche Rolle in der Musik von Forteresse, worauf nicht nur diese folkloristischen Einlagen hindeuten sondern auch der direkte Bezug zur Heimat Forteresses.
Auch der Rest von Métal noir Québécois ist in diesem stilistischen Gewand gehalten. Wenn man das jetzt nur so liest, könnte man den Eindruck bekommen, dass die Lieder allesamt ähnlich klingen und das Album dadurch recht schnell langweilig wird. Doch dem ist nicht so. Es gibt einige strukturelle Feinheiten und Arrangements innerhalb der Lieder, die für einen guten Spielfluss sorgen. Ein sich veränderndes Detail dabei ist der Gesang, der sich phasenweise in den Liedern verändert, und dabei zum Teil schön heftig und eindringlich ist.

Métal noir Québécois gefällt mir sehr gut. Es ist ein, zumeist eingängig schnelles und schlichtes Album, das von Forteresse sehr überzeugend und punktuell kraftvoll und mitreißend vorgetragen wird. Trotz dieser überwiegenden Schnelligkeit besitzt das Album, dank dieser präsenten, das gesamte Album durchziehenden Gitarrenmelodie, sowie der vereinzelten langsameren Passagen, eine gute Atmosphäre die vom ersten bis zum letzten Lied, ohne abzuflauen, anhält.

01. La moisson de la liberté
02. Une nuit pour la patrie
03. La flamme et le lys
04. De sang et de volonté
05. Métal noir québécois
06. Honneur et tradition

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