Formloff – Spyhorelandet | 2012 | Eisenwald | CD | Black Metal

FORMLOFF ist ein norwegisches Duo, das mit Syphorelandet nach sechsjähriger Pause das zweite Album herausbringt. Syphorelandet ist seit heute im Handel zu erwerben und enthält Avantgarde Black Metal. Irgendwie fühle ich mich an SOLEFALD erinnert, was sicherlich auch in den offensichtlichen Parallelen begründet liegt. Beide Gruppen kommen aus Norwegen, beides sind Duos und der Stil ist hochgradig experimentell, genreübergreifend und mit Worten schwer zu beschreiben. In jedem Fall ist Syphorelandet ein abgefahrenes Album, auf dem FORMLOFF sehr abwechslungsreiche sowie eigenwillige und eigenständige Musik zum Besten geben.

Syphorelandet ist ein komplexes, zum Teil hochgradig technisches Album, auf dem viele ungewöhnliche Arrangements und Abläufe auf kurzem Raum schnell aufeinanderfolgend zu hören sind. Eigenwillige Gitarrenmelodien, deren Zustand man schwerlich beschreiben kann, sind dabei aber auch nur ein sonderbares Merkmal von vielen. Rhythmisch erweist sich das Werk gleichfalls als sehr vielfältig, wobei gerade die schnelleren Lieder und Passagen durch den absichtlich dünnen Schlagzeugklang auffallen. Syphorelandet ist ein lebendiges und bewegliches Album, dessen Musik sich in permanenter Veränderung befindet. Zwar gibt es immer wieder auch Phasen der Eingängigkeit, die durch dezidierte Schnelligkeit gekennzeichnet ist, doch sind dies nur kurze Stilmittel. Ansonsten sind es düstere Harmonien, skurrile Melodien, sehr rockige Breaks oder auch wahnsinnig aggressive sowie harsche Ausbrüche, die den avantgardistischen Dark Metal aufwerten. Interessant dabei ist der Umstand, dass FORMLOFF immer wieder auch mal überaus rohe Parts einstreuen. Dann klingen FORMLOFF nach grimmigen norwegischen Black Metal – solche Zustände überdauern zwar nicht allzu lange, doch stellen sie einen interessanten Kontrast zum ansonsten bunten Potpourri düsterer Klangvisionen dar. Syphorelandet ist sicherlich kein einfaches Album, allerdings habe ich hiermit jedoch weitaus weniger Schwierigkeiten als mit dem einen und anderen Album von SOLEFALD. Dies liegt wohl auch daran, dass es auf Syphorelandet immer wieder einen starken Bezug zum Black Metal gibt. Zeitweise gibt es zwar auch Klargesang, aber nur kurz und punktuell und es überwiegt stark verzerrter, teils richtig bissiger Kreischgesang.

Syphorelandet ist schwierig, komplex, technisch und gewiss auch sonderbar. Es gibt sehr düstere Momente, aber auch viel obskures und manchmal auch nerviges, gerade die überaus technischen Arrangements an den Gitarren sind mir manchmal etwas zu viel des Guten, weil zu technisch und klanglich zu steril und neutral. Aber dies liegt in der Stilistik begründet. Für experimentellen Black Metal gefällt mir Syphorelandet jedenfalls gut – da es eben nicht nur melodische Spielerein und abstrakte Klanggebilde gibt, sondern auch Härte und Geradlinigkeit. Für Freunde experimenteller und/oder avantgardistischer Klänge ist FORMLOFFs neues Album sicherlich zu empfehlen. Syphorelandet ist zu gleichen Anteilen düster, melodisch, morbide, grimmig und hart – verpackt in einer eigenwilligen sowie eigenständigen aber auch sonderbaren Klangvision.

7,5/10
Aceust

01. Det dritet som renner ut i ua
02. Harde ord på kammerset
03. Spyhorelandet
04. Faen!
05. Mig og drit
06. Skævven
07. Kon-tiki museet brenner
08. Den gamle jorda
09. Drokkne i ei flo ta åske

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