Forgot – Burning Down | 2006 | Propaganda | CD | Black Metal

Forgot ist zu den dienstältesten Black Metal Gruppen Russlands zu zählen. Mit Burning down wurde nun das 2001er Demo auf CD neu aufgelegt.

Mit Again beginnt die CD zunächst ruhig und beschaulich. Eine sanfte Gitarrenmelodie und atmosphärische Hintergrundelemente stimmen harmonisch, um dann, nach etwas weniger als zwei Minuten, von einem eingängig hämmernden Takt abgelöst zu werden. Die sanfte Gitarrenmelodie ist nun einer schnelleren und schrägeren Spielweise gewichen, doch – und das ist das überraschende – die Musik wird nicht brachial. Die Gitarren erweisen sich in angenehmer Art und Weise als melodisch, sind dabei jedoch nicht zu spielerisch und der einfache Rhythmus ist zwar antreibend, aber nicht hart oder schnell. All will disappear folgt einer ähnlichen Strukturierung. Das eingängig gespielte und zuweilen sehr mechanisch klingende Schlagzeug (Drumcomputer?) gibt den flotten und antreibenden Rhythmus vor, der hier jedoch schneller und abwechslungsreicher gestaltet ist. Daneben steht die melodische Gitarrenlinie, die gute und eindringliche Melodien beherbergt, aber zu keinem Zeitpunkt zu spielerisch oder melodisch wirkt. Ein weiteres auffälliges Merkmal von Forgot ist der Gesang, der zwar, logischer Weise verzerrt, aber recht leise ist und mehr aus dem Hintergrund kommt. Das Titellied Burning down ist von Beginn an ein schnelles, eingängiges und raues Stück, in dem es vereinzelt rhythmische und melodische Variationen gibt.

Nach dem ziemlich rohen Burning down geht es mit dem Lied Forgot sehr harmonisch und beinahe schon lieblich weiter. Das langsame Schlagzeug hat nun einen natürlichen und druckvollen Klang, die ruhigen Gitarrenmelodien erzeugen eine sphärische Atmosphäre, da die einzelnen Töne zum Teil lang gezogen werden. Nach dreieinhalb Minuten wird diese Idylle von einem schnellen, grimmigen und dezidiert eingängigen Part abgelöst. Forgot bleibt bis zum Ende in diesem Gewand, doch gibt es während dieser hämmernden Strecken feine Melodien im Hintergrund zu hören.

My star ist ein Instrumental, welches nur aus dem dumpf und schnell hämmernden Schlagzeug und einer Abfolge der immer selben Riffs besteht. Abwechslungsreicher geht es da schon mit Misanthropy weiter, einem flott gespielten Stück mit einer wunderbaren Melodieführung im Mittelteil. Hier fällt auch wieder der bessere Klang auf, der dem, vom Lied Forgot sehr ähnlich ist. Das Schlagzeug besitzt einen druckvolleren Klang und der Gesang ist etwas lauter und zentraler im Geschehen. Davon kann beim folgenden Nuclear winds jedoch nicht die Rede sein. Der Klang ist dumpf und matt, das mechanische Schlagzeug pocht rigoros seinen Takt und die sehr schnell gespielten und rau klingenden Gitarren geben dem Ganzen etwas sehr brutales und heftiges.

Das abschließende Lied The standard kommt dann wieder im klanglichen Gewand der ersten drei Stücke daher. Atmosphärisch ist The standard recht düster ausgefallen. Dies liegt vor allem an der dunkel klingenden Gitarrenarbeit und den leisen harmonischen Effekten, die dezent aus dem Hintergrund zu hören sind.

Burning down ist eine gelungene rohe Black Metal Veröffentlichung, in die man sich jedoch reinhören muss. Zum Einen liegt das am Schlagzeug, das etwas gewöhnungsbedürftig ist und auch an der unterschiedlichen Klangqualität der einzelnen Lieder. Wenn man dies hinter sich hat, offenbart sich einem guter und eigenständiger Black Metal, der mit einigen sehr guten melodischen Arrangements aufwarten kann, wobei zu sagen ist, dass Burning down kein melodischer Black Metal ist! Der Klang und die Spielweise sind sehr wohl als rau zu benennen, doch fügt Forgot dieser Rohheit geschickt melodische Elemente hinzu.

01. Again
02. All will disappear
03. Burning down
04. Forgot
05. My star
06. Misanthropy
07. Nuclear wind
08. The standard

 

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