Flagellum Dei – Order Of The Obscure | 2011 | Pestilence Records | CD | Black Metal

Das portugiesische Geschoss Flagellum Dei war noch nie dafür bekannt, seichte Klänge zu verbreiten oder besonders aktiv zu sein. 2004 erschien nach einer Split und zwei Demos das Debütalbum, welches mir damals imponierte. Das zweite, 2007 erschienene Werk verpasste ich jedoch und nun, vier Jahre später, kommt das dritte Album. Ohne das 2007er Album berücksichtigen zu können, kann ich getrost behaupten, dass Order Of The Obscure ein verdammt gutes Album geworden ist – das beste von Flagellum Dei bisher!

Es ist ein brachiales und bösartiges Album, auf dem Flagellum Dei Tod, Verderben und den Gehörnten preisen. Und dies klanglich und spielerisch auf höchst angemessene Art und Weise. Nach dem instrumentalen Intro legen die Vier in Conjures Fire schnell, geradlinig und riffbetont los. Das Schlagwerk poltert aggressiv, das Riffing ist einfach aber wirksam und der Gesang ist ein dumpfes Gurgeln und Grollen aus dem fernen Hintergrund. Sehr böse und leicht thrashig ist dieser Einstieg, was auch das eine und andere Soli bestätigt. Conjures Fire ist ein wunderbares Lied, da es verschiedene Parts beinhaltet, die zum Teil aus absolut wahnsinniger Raserei bestehen, aber auch gemäßigte und melodischere Momente besitzen, teils auch rituell mit Stimmenwirrwarr und Kirchenläuten.

In punkto Aggressivität geht es nicht weniger heftig weiter. Inferno Em Mim besteht aus viel Raserei und flinken Riffs. Der Gesang ist wieder ein fernes Knurren und hat wenig mit dem sonst üblichen Kreischgesang zu tun. Manchmal erinnert mich das hier zu hörende Organ aufgrund seiner untersetzten und obskuren Inszenierung an Mayhems De Mysteriis Dom Sathanas. Order Of The Obscure ist aber nicht nur gesanglich ein andersartiges Album. Das Spiel an den Gitarren ist sehr interessant und ballert nicht nur schnelle Riffs, sondern es sind immer wieder auch prägnante Soli zu hören, die dem Ganzen einen Hauch alter Schule verleihen. Aber auch der Klang der Saiteninstrumente gefällt. Etwas rau und unsauber aber klar genug, damit die einzelnen Riffs und Melodien angemessen zur Geltung kommen. Überhaupt ist der Klang grundsätzlich etwas rauschend und verwaschen, was mich aber nicht im Geringsten stört, da er hervorragend zum spielerischen Gemetzel passt.

Auch wenn Flagellum Dei hier hochgradig barbarisch zu Werke gehen, besteht das Album jedoch nicht nur aus blinder Raserei. Es gibt innerhalb des schnellen Spiels viele kleine Veränderungen, die einer eingängigen Monotonie gut entgegen wirken. Dann und wann sind auch langsamere Passagen, wie etwa in Necropolis, zu hören, die düster und fast schon melancholisch sind. Order Of The Obscure ist ein verdammt heißes Eisen, mit bösem sowie variablem Gesang und herrlichen Riffs. Order Of The Obscure ist trotz aller Bösartigkeit und Brutalität immer auch spielerisch betont und ein wenig old school, was mir persönlich besonders gut gefällt.

9/10
Aceust

01. Intro
02. Conjures fire
03. Inferno em mim
04. Order of the obscure
05. Necropolis
06. Ossadas
07. From the dark light…
08. Black Metal blood
09. Sacrificial whore

http://www.pestilence-records.de/
http://www.myspace.com/flagellumdei

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