Fatum Elisum – Homo Nihilis | 2011 | Aesthetic Death | CD | Doom Metal

Das französische Quintett Fatum Elisum gibt sich auf seinem Debütalbum Homo Nihilis alles andere als sparsam. Denn sogar für Doom-Verhältnisse sind die 16 bis 21 Minuten langen Stücke ziemlich lang, zumal es sich hier um einer Mischung aus klassischem Doom und Death Doom handelt und nicht etwa um Drone. Nach einer 2008 erschienen Demo gibt es nun das erste Album, welches nicht gerade leichtverdaulich sein dürfte. Der musikalische Rahmen, in dem das Album stattfindet und funktioniert, ist zwar relativ eng gesteckt, jedoch aufgrund des Gesanges nicht für jedermann geeignet. Fatum Elisum benutzen sehr viel Klargesang, der zudem phasenweise auch sehr eigenwillige Intonationen aufweist. Manchmal erinnert mich der Gesang an ältere Sachen von Paradise Lost. Aber nicht nur gesanglich, so manches melancholisches und drückendes Riff geht ebenfalls in die Richtung der Briten.

Homo Nihilis ist schon aufgrund der enormen Länge ein episches Werk, auf dem sehr viel Melancholie und Bedrückung atmosphärisch aufgebaut wird. Trotz der Länge sind die Lieder allerdings gar nicht so eingängig wie man denken könnte. Die Lieder sind abwechslungsreich gegliedert, sie ändern ihren atmosphärischen Fluss und neue Harmonien kommen hinzu während andere allmählich verschwinden. Zwischendurch sind dann immer wieder überaus schwere Passagen mit sehr dunklen und tieftönenden Saiteninstrumenten zu hören, deren intensive elegische Ausstrahlung nicht nur an Paradise Lost erinnert, sondern auch an My Dying Bride. Dies dürfte auch nicht weiter verwundern, gelten doch die beiden britischen Gruppen als Mitbegründer des schweren Death Dooms. Auch wenn sich in der Musik von Fatum Elisum immer wieder ein Wink auf diese Referenzen finden lässt, ist das Album dennoch ein eigenständiges Werk, welches geschickt mit diesen Einflüssen arbeitet und sie mit der ganz eigenen Spielweise verbindet.

Trotz aller Schwere und des emotionsaufgeladenen, teils auch wehklagenden Gesanges, ist es ein bedrückendes wie schönes Album zugleich. Zudem gibt es immer wieder auch kraftvolle Arrangements, tiefe und verzerrte Growls sowie den einen und anderen etwas schneller gespielten Part. Ab und an mag sich das Album womöglich etwas ziehen, doch dauert solch ein Moment nie lange an, da es nur allzu bald eine erneute Wendung und Veränderung gibt, der man interessiert zuhört. Die Verwendung zweier Gesangsstile funktioniert überdies sehr gut. Gäbe es nur den überaus vielseitigen Klargesang oder die verzerrte, tiefe Stimme, könnte Homo Nihilis wohl kaum sein ganzes Potential entfalten. Deshalb kann man ruhig beide Ohren riskieren, auch wenn man sonst einen großen Bogen um Klargesänge macht. Es ist Fatum Elisum also gelungen, ein gewaltiges und melancholisches Album abzuliefern, welches diese Tristesse überaus vielfältig und ergreifend wiedergibt. Ich bin selbst überrascht, wie gut mir das Album gefällt, zumal man mit jedem Durchgang etwas anderes, neues entdeckt.

7,5/10
Aceust

01. Pluvus et umbra sumus
02. Pursuit of sadness
03. The twilight prophet
04. Homo nihilis
05. East of eden

http://www.aestheticdeath.com/

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