Ewig Frost – Blue Septime Winters | 2007 | Ashen Productions | CD | Black Metal

Vier Jahre nach dem ersten und einzigen Demo veröffentlichen die Österreicher Ewig Frost ihr Debütalbum. Im Booklet von Blue septime winters steht „Black Metal Old School“ geschrieben. So ist es auch. Es gibt über neun Lieder verteilt, rohen und kompromisslosen Black Metal.

Der, mit knapp zwei Minuten bemessene Einklang, ist nicht zu lang und geleitet mit ruhigen, sphärischen Klängen ins Album, bevor Ewig Frost mit Army of the beast sein wahres, raues und dreckiges Gesicht offenbart. Denn es geht polternd schnell, mit rauem Klang und schnellen, zuweilen unsauber klingenden Riffs los. Army of the beast bleibt ein schnelles, treibendes Stück, auch wenn es zwei schleppende Pausen gibt, die allerdings nicht weniger schroff klingen.

Im folgenden Throne of slaves sind urige Gitarrenläufe zu hören, die dem Stempel „Old School“ mehr als gerecht werden. Phasenweise ist Throne of slaves zwar auch schnell und stampfend, doch überwiegt insgesamt diese dreckige Metal-Spielweise, mit ihren Old School-Riffs und Melodieführungen. In Possessed hämmert Ewig Frost jedoch vom ersten Augenblick an gnadenlos drauf los. Lediglich in der Mitte des Liedes gibt es eine kurze, gemäßigtere Passage.

Mit einem eingängig, stampfend und schleppend strukturierten Rhythmus beginnt Die Brut. In dieser, spieltechnisch ruhigeren Phase, fällt erneut der sehr raue und aggressive Klang der Gitarren auf. Dadurch wirkt die Musik noch böser und fieser, da die angestimmten Riffs und Melodien viel besser zur Geltung kommen. Die Brut ist dann auch ein weitgehend schleppender Titel, mit einigen kurzen, schnellen Schüben.

Ebenfalls schleppend und mit dunklen Gitarrenläufen beginnt Twisted blood, doch im weiteren Verlauf entwickelt es sich zu einem wechselhaften Lied, das phasenweise sehr treibend, dabei aber nur zweimal wirklich schnell wird. Stattdessen herrscht mittelschnelles Spiel mit rauen Riffs und Harmonien vor, was mich ein wenig an Bloodhammer und Incriminated erinnert, die ja gleichfalls puren Metal fernab lieblichen Gedudels zelebrieren.

Visions of black fängt zwar zügig und treibend an, wird dann aber in der zweiten Hälfte einstweilig schleppender, dabei mit einprägsamen Riffs. Dies wird dann mehrmalig von aggressiven, heftigen und eingängigen Ausbrüchen unterbrochen.

Das Titellied Blue septime winters ist mit sechseinhalb Minuten das mit Abstand längste Lied des Albums. Es beinhaltet sowohl eine atmosphärische Einleitung, wie dreckige, schleppende Parts und aggressive, schnelle Knüppelparts.

Der letzte Titel Warlust wird mit über 22 Minuten im CD-Spieler angezeigt, doch die tatsächliche Länge liegt bei knappen viereinhalb Minuten, danach folgt dann endlos lange Stille, bevor dann ein versteckter Titel zu hören ist. Dabei scheint es sich um ein live aufgenommenes Stück zu handeln, da am Ende im Hintergrund Publikum zu hören ist. Das interessante daran ist jedoch, dass in diesem Live-Stück die Gitarren weniger rau und aggressiv, somit besser klingen, als auf dem restlichen, im Studio produzierten Material.

Wie am Anfang der Besprechung verkündet, ist Blue septime winters purer Black Metal der alten Schule, der rau, gemein und ohne harmonisches Gedöns auskommt. Allerdings sind die schleppenden Stücke und Passagen überzeugender als das schnelle und harte Spiel. In den schnellen und aggressiven Abschnitten fehlt mir etwas die Inspiration und Atmosphäre, was auch daran liegt, dass die Gitarren in diesen Parts einfach zu unsauber klingen. Anders ist es da in den schleppenden Arrangements, wo die Gitarren besser klingen und die eine gute Atmosphäre erzeugen.

01. Landscapes of frost (The dying emotion)
02. Army of the beast
03. Throne of slaves
04. Possessed
05. Die Brut
06. Twisted blood
07. Visions of black
08. Blue septime winters (Blood of brothers)
09. Warlust

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