Evil – Studňa

Evil - Studňa

Die Slowaken von EVIL erscheinen mir hierzulande noch zu wenig Beachtung zu finden, zumal das formidable Debütalbum „Legenda Neskrotných Živlov“ noch gar nicht lange her ist und entsprechend gut in Erinnerung liegt. Nun gibt es mit „Studňa“ den Nachfolger, welcher erst das zweite Album in der langjährigen Bandgeschichte ist. Man knüpft quasi exakt dort an, wo man zwei Jahre zuvor endete. EVIL führen ihren Stil konsequent fort und präsentieren erneut osteuropäisch geprägten Black Metal, der spielerische Vielfalt mir Direktheit und einem guten, ruppigen Gesang verbindet.

„Studňa“ ist auf der einen Seite facettenreich instrumentiert, gerade was das Gitarrenspiel betrifft gibt es viele subtile und offene Melodien und Riffs, doch deshalb zu dem Resultat zu kommen, EVIL würden besonders abwechslungsreich oder gar atmosphärisch spielen, wäre vorschnell. Denn EVIL besinnen sich immer wieder auf Geradlinigkeit und traditionellen, kalten Black Metal. Aber eben nicht ausschließlich. Wie schon beim Vorgänger, gibt es atmosphärische und melodische Arrangements, die das Raue und Kalte wohldosiert und ausgewogen bereichern. Doch sind es gerade die schnellen Parts mit ihrem statischen Schlagzeug und den eisigen Riffs, die mich in den Bann ziehen. Hier wirken EVIL einfach grimmig, böse und kompromisslos.

Die atmosphärischen und melodischen Auflockerungen sind deshalb nicht schlechter, zumal EVIL diese gekonnt inszenieren, aber es sind eben harmonische Brüche, die das Kalte und Grimmige kontrastieren. Für meinen Geschmack könnten diese Brüche etwas dezenter sein. Teilweise sind diese atmosphärischen Passagen nämlich recht ausführlich und opulent.

„Studňa“ ist ein mehr als würdiger Nachfolger von „Legenda Neskrotných Živlov“, der klanglich und spielerisch noch überzeugender ist. EVIL verbinden kalte Grimmigkeit und eine osteuropäische Atmosphäre mit spielerischer Vielfalt und harmonischen Fragmenten. Ich bevorzuge zwar die rauen und grimmigen Parts, doch in seiner Summe ist es dennoch ein gelungenes Album. EVIL haben definitiv mehr Aufmerksamkeit verdient.

1. Intro
2. Zlí duchovia vstupujú do sna
3. Prebudenie (V tieni popraviska…)
4. Portál smrti
5. Obraz hrôzostrasnej noci

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