Euphrasia / Woeful Silence – Split

Woeful Silence & Euphrasia - Split

Woeful Silence & Euphrasia - SplitZwei Schweizer Bands, die im erweiterten Sinne atmosphärischen Black Metal spielen, geben sich auf dieser streng limitierten Splitkassette die Ehre und erfreuen mich mit einem dennoch barschen Auftreten.

Den Anfang machen WOEFUL SILENCE, die mit dem Stück „Echoes Of The Past“ schleppend und melancholisch beginnen. Der stark verzerrte Kreischgesang wurde partiell mit leisem Klargesang erweitert, während die grellen und rauen Gitarren angenehme, zurückhaltende Melodien spielen. Auch wenn das Tempo zumeist in unteren Bereichen angesiedelt ist, klingt das Schlagzeug vielfältig und lebendig.

Im zweiten Titel sind WOEFUL SILENCE rhythmisch variabler. Am Anfang steht eine längere schnelle Strecke in der das Schlagzeug monoton dahin rast, was gemeinsam mit den rauen Gitarren für eine kalte Atmosphäre sorgt. Das Schlagzeug und die Gitarren verdichten sich hier zu einem wüsten, statischen Rauschen. Die Mitte des Liedes ist schleppend und teilweise grimmig und hässlich, teilweise aber auch melodisch arrangiert worden, bevor der Endspurt in erneuter Raserei mündet.

WOEFUL SILENCE gefallen mir ganz gut. Weder das harmonische und melodische Moment noch Grimmigkeit und Härte überwiegen, es befindet sich alles in einem ausgewogenen Verhältnis.

Bei EUPHRASIA verhält es sich ganz ähnlich. Es wird in dem Lied „Away“ zunächst mit einem grimmigen Antritt begonnen. Das Tempo ist hoch, der Takt des Schlagzeugs pocht rasend dahin und EUPHRASIA verströmt eine vergleichbare kalte Atmosphäre, wie sie zuvor bereits bei WOEFUL SILENCE zu spüren war. Nach diesem eindringlichen Auftakt wandelt sich das rund elf Minuten lange Lied zu einem vielschichtigen Stück mit schleppenden, harmonischen, melodischen, lauten und leisen Arrangements. Trotz aller Harmonik bleibt es ein dunkles Stück mit vornehmer Zurückhaltung.

EUPHRASIA arbeitet geschickt mit dem Spannungsfeld subtiler Melodik und einer kalten Grimmigkeit. Besonders intensiv und gelungen stellt sich dies im Rausschmeißer „Flächenbrand“ dar. Am Anfang ist ein allein stehendes, raues Gitarrenriff zu hören, auf das dann die schnelle erste Strophe folgt. Es ist kalt, grimmig und rau, aber zugleich auch atmosphärisch und majestätisch. Punktuell und in homöopathischen Dosen erinnert mich „Flächenbrand“ gar an den polnischen Black Metal der mittleren bis späten 1990iger Jahre.

Diese Splitkassette ist eine interessante und absolut solide Veröffentlichung. Sowohl WOEFUL SILENCE als auch EUPHRASIA verbinden das Raue und Ungeschliffene mit subtiler Melodik und dezenten atmosphärischen Anwandlungen. Es ist ein Tape fernab von seelenloser Hochglanzpolitur, was ich sehr zu schätzen weiß.

Woeful Silence / Euphrasia – Split
25.08.2017 | Atmospheric Black Metal
Kassette, Digital | Cruel Bones

WOEFUL SILENCE:
1. Echoes Of The Past
2. In The Gleam Of Thousand Lights

EUPHRASIA
1. Away
2. Will The Walking Make An End?
3. Flächenbrand

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