Elimi – Asylum | 2010 | Eerie Art Records | CD | Black Metal

Zwei Jahre nachdem Elimis Debütalbum Summoned From Ashes sehr erfolgreich einschlug, folgt nun mit Asylum der zweite Streich. Allerdings verlor man 2008 Bassist Verrot, der Selbstmord beging. Einen neuen Bassisten hat man nicht angeheuert, stattdessen übernahm Gitarrist Maturz dessen Part.

Summoned From Ashes war ein abwechslungsreiches Album mit viel Melodik aber auch Tempo und Härte. Asylum ist nun gleichfalls ein vielschichtiges Werk, das mit sehr gitarrenbetonten Strukturen sowie düsteren, latent schwermütigen Zügen aufwartet. Darüber hinaus ist Asylum insgesamt komplexer und technischer ausgefallen. Dies merkt man auch schon sofort am Klang, der diesmal weniger organisch, steriler und etwas dumpfer ausgefallen ist. Dies wirkt bedrückend, was natürlich sehr gut zur Atmosphäre des Albums passt.

Asylum enthält alles, was es für ein abwechslungsreiches Album bedarf: Eine vielschichtige Rhythmik die sowohl hohes Tempo als auch stimmungsvolle Langsamkeit beinhaltet. Gitarrist Maturz ist ebenso präsent, da sein Spiel eisige, eingängige Riffs, dunkelatmosphärische Melodien als auch technische Frickeleien abdeckt. Echte Eingängigkeit gibt es auf Asylum nur bedingt, da Elimi die sechs Kapitel sehr spielerisch und lebendig gestaltet hat. Vor allem die häufigen Tempowechsel tragen zur Komplexität bei. Mir ist das ab und an etwas zu viel Abwechslung, weshalb ich mir dann klare und geradlinige Parts wie in Alive, Dead lobe, wenn Schlagwerk und Gitarre gleichmäßig dahin streiten. Diese sind jedoch nur von kurzer Dauer und werden alsbald von starkem Gitarreneinsatz verdrängt, der technisch, abstrakt und melodisch zugleich ist.

Mir hat Summoned From Ashes besser gefallen, da es zugänglicher und leichter zu verdauen war. Der Anteil an technischen Riffs, vielschichtiger Komplexität und der bedrückend, sterilen Klangproduktion ist mir etwas zu hoch geraten. Schlecht ist Asylum deshalb nicht. Wer gitarrenbetonten sowie von Schwermut und Abwechslung bestimmten Black Metal mag, kann hiermit seine Freude haben. Gute Melodien gibt es trotz allem, nur ist mir das Ganze insgesamt etwas zu unstet und zu reichhaltig.

7/10
Aceust

01. Chapter One: Withered with time
02. Chapter Two: Don’t speak
03. Chapter Three: Like sulphur
04. Chapter Four: Revenge
05. Chapter Six: Alive, dead

Schreibe einen Kommentar