Dylath-Leen – Cabale | 2012 | Great Dane Records | CD | Death Metal

DYLATH-LEEN ist ein französischer Vierer, bei dem sich ein Mann und eine Frau den Gesang teilen. Die Band wurde 1999 gegründet und Cabale ist das dritte Album. Der Bandname geht auf H. P. Lovecraft zurück und musikalisch ist man im Death Metal verwurzelt. Mit gewöhnlichem Death Metal hat man es hier aber nicht oder zumindest nur bedingt zu tun. Eine Ursache dafür ist der duale, geschlechterübergreifende Gesang. Die verzerrten Gesänge von Kathy sind mindestens gewöhnungsbedürftig. Es gibt Lieder in denen Kathy alleine singt, ebenso Lieder in denen sich Kathy und Igor abwechseln und Lieder, in denen Igor alleine singt. Kathys Stimme ist zumeist extrem verzerrt und verfremdet, was sich arg künstlich anhört. Dies passt allerdings zu der atmosphärischen und teils futuristischen Ausrichtung von DYLATH-LEEN.

Cabale ist ein atmosphärisch gelagertes Death Metal Album, das mich in seiner Atmosphäre an Gruppen wie ON THORNS I LAY oder SEPTIC FLESH erinnert. Atmosphärisch, riffbetont und ein wenig futuristisch. Die Riffs sind nicht nur atmosphärisch sondern teilweise auch melancholisch, was mir ganz gut gefällt. In den Liedern, in denen Igor alleine singt, wie etwa The Elder Sign, ziehen DYLATH-LEEN auch mal das Tempo an und der Death Metal wird härter, obgleich es auch hier technische, abwechslungsreiche Parts gibt. Die Stücke in denen Kathy alleine singt, sind moderner, futuristischer und experimenteller. Ihre Stimme wurde halt stark mit Effekten bearbeitet, was mir nicht sonderlich zusagt, auch wenn ich die instrumentalen Arrangements durchaus ansprechend finde. Ich denke, hätte man auf ihren Gesang komplett verzichtet, würde das Album besser funktionieren. Die Riffs, Harmonien und Melodien sind jedenfalls gelungen – und erinnern mich an die oben genannten Gruppen, was gut ist. Nur macht Kathys Gesang für mich einiges kaputt, dadurch wirkt das Ganze zu modern und zerstört dadurch automatisch die düstere Atmosphäre.

DYLATH-LEEN werden ganz sicher ihre Anhänger finden, Potenzial haben die Vier und auch ein Gespür für schöne, schwermütige Harmonien. Ob einem Kathys Gesang, der mich manchmal gar an CRADLE OF FILTH erinnert, zusagt, muss man selbst herausfinden. Cabale ist im Grunde nicht schlecht, aber zwiespältig.

6,5/10
Aceust

01. Never rising sun
02. End of time
03. The elder sign
04. I dreamt
05. Last moments
06. I’m the crusher
07. Silent land
08. Forever…
09. …Still
10. Unveiled
11. Where the visin led

http://www.dylath-leen.net/
http://www.greatdanerecs.com/

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