Distressed To Marrow – Half A Spine

Distressed To Marrow - Half A Spine

Distressed To Marrow - Half A SpineDISTRESSED TO MARROW melden sich nach drei Jahren und einem massiven Umbau aus dem Badischen zurück. Gitarrist und Gründungsmitglied Torsten Staude stand vorübergehend alleine da, er konnte aber sowohl alte wie auch neue Leute für DISTRESSED TO MARROW (zurück) gewinnen. Neu dabei ist der Bassist und Sänger Antonio Robinia, der erstmals zu hören ist und mit seiner Stimme dem zähen Treiben seinen eigenen Stempel aufdrückt. Neue Lebensgeister wurden geweckt und so werkelt man bereits am kommenden Album, welches 2017 erscheinen soll. Doch erst einmal bleibe ich bei dem gerade erst veröffentlichten „Half A Spine“.

Das sechs Lieder starke und knapp 60 Minuten andauernde Album enthält zünftigen Death Doom Metal, wo sich Zähigkeit, Melancholie und Härte ein Stelldichein geben. Der harmonische Einfluss von den frühen MY DYING BRIDE und PARADISE LOST ist nach wie vor hör- und spürbar – allerdings relativ zurückhaltend, was ich als sehr angenehm empfinde. Soweit die Parallelen zum Vorgänger „Release Of Insanity“. Denn ansonsten sind durchaus Veränderungen und Entwicklungen zu verzeichnen, wenn auch eher im Kleinen und zunächst nicht immer offensichtlich.

In gewisser Weise wurde das Zähe und Düstere des Dooms ausgeweitet und zementiert. Dies liegt sowohl am drückenderen und tieferen Klang aber auch am neuen Sänger Robinia, dessen tiefer und kehliger Gesang oftmals guttural und tief im Death Metal verhaftet ist. Mir gefallen seine Gesänge gut, da sie dem doomigen Treiben von DISTRESSED TO MARROW Härte und Dunkelheit verleihen. Härte gibt es aber auch in der Form von Schnelligkeit und Death Metal, jedoch muss man darauf eine Weile warten, schließlich gibt es den ersten echten rasenden Part zur Halbzeit des Albums in dem Lied „Lunatic“ zu hören. Zuvor wurde es punktuell schon mal schneller, aber erst in „Lunatic“ wird es brachial, hässlich und gemein. Fortan sind schnellere Arrangements häufiger zu hören, was dem Album gut tut, wirkt es dadurch dynamischer und schwungvoller.

DISTRESSED TO MARROW haben sich gegenüber dem drei Jahre alten „Release Of Insanity“ deutlich entwickelt und verändert. Die Badener spielen zwar nach wie vor eine drückende Mischung aus Death und Doom, trotzdem hören und fühlen sich die beiden Alben teilweise sehr verschieden an. Der neue Sänger und eine andere Klangproduktion tragen maßgeblich dazu bei, wobei mir der Klang von „Half A Spine“ besser gefällt, weil er klarer und druckvoller ist. Ich kann aber gar nicht sagen welche Scheibe mir mehr zusagt. „Half A Spine“ ist nicht besser oder schlechter als sein Vorgänger, es ist einfach etwas anders, somit haben beide Alben ihren eigenen Reiz und tragen trotzdem die gleiche Handschrift.

Kurzum: DISTRESSED TO MARROW spielen gut gemachten und ansprechenden Death Doom Metal, der ohne Kitsch, Theatralik und übertriebene Melancholie auskommt. Abschließend noch eine nette Idee: Das Album endet mit derselben Melodie mit der es auch beginnt. Das gab es natürlich schon öfters mal, aber trotzdem schön, dass diese Idee noch mal aufgegriffen wird.

Distressed To Marrow – Half A Spine
CD | Eigenproduktion
2016 | Death Doom Metal

1. Paraphilic Mind
2. Prison Break
3. My God Is Dead
4. Lunatic
5. Endless Trauma
6. For Lowers Grade

http://www.distressedtomarrow.com/ | https://www.facebook.com/Distressed-to-Marrow-210849182295530/

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